# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1856_S251 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ein Antwort⸗Schreiben des Herausgebers an einen theuern Freund ꝛc. 251 meine, in welcher nur (ausschließlich — non nisi) Heilige sich befinden. Und gleich darauf sagt er über die selben Worte: Der Inhalt dieses Zusatzes (der Worte „eine Gemeine der Heiligen,“ welche den Worten „ich glaube eine heilige christliche Kirche“ beigefügt sind) ist: Ich glaube, daß es auf Erden ein Häuflein (eine kleine Versammlung — congregatiuncula) und Gemeine giebt, die lediglich (unvermischt — mere) aus heiligen Menschen zusammengebracht ist. Hier giebt doch Luther offenbar eine Beschreibung der Kirche, wie sie auf Erden in der Gegenwart ist, sagt, welche Menschen er für zu ihr gehörig anerkennt, und spricht keineswegs einen Wunsch aus, wie die (sichtbare) Kirche beschaffen sein möchte. — Aus der Apologie führe ich noch, als mir schlagend⸗beweisend erscheinend an, daß sie (S. 147) in Auslegung des Gleichnisses vom Unkraut unter dem Weizen sagt: der Acker ist die Welt, nicht die Kirche; denn damit wird ausgesprochen, daß ausschließlich der gute Same zur Kirche gehöre und sie ausmache, nicht aber die Gottlosen. Ferner berufe ich mich auf folgende Worte (S. 150): Darum halten wir dafür, nach der Schrift, daß die Kirche, eigentlich gesprochen, die Versammlung der Heiligen sei, welche dem Evangelio Christi wahrhaftig glauben und den heiligen Geist haben. In diesen Worten ist die Beschreibung des Art. 7 der Augsburgschen Confession wiederholt und vervollständigt, und hier so wenig, wie in dem ganzen Artikel der Apologie von der Kirche, ist eine Spur vorhanden, daß etwas Anderes gegeben werden solle, als nur eine Beschreibung der Kirche, wenn man eigentlich sagen wolle, was sie sei. Wenn Sie, theuerster Freund! Ihre Behauptung, die Reformatoren haben sagen wollen, was die Kirche sein solle, hinzufügen: „was sie vor Gott ist,“ so frage ich: wovon (von welchem Subjecte) haben die Reformatoren das aussagen wollen? Da Sie behaupten, die Reformatoren haben sagen wollen, was die Kirche sein solle, aber nicht sei, so müssen sie demnach bei ihrer Beschreibung die Kirche, wie sie äußerlich erscheint und dasteht (ein aus Frommen und Gottlosen gemischter Haufe) vor Augen gehabt haben. Haben nun die Reformatoren sagen wollen, was dieser Haufe vor Gott sei, so konnten sie doch vernünftiger Weise nicht anders antworten, als: eben ein gemischter Haufe, wie die sichtbare Kirche ein solcher ist, und man sieht nicht ein, wie sie antworten konnten, daß die Glieder dieses Haufens vor Gott eitel Gläubige und Heilige seien. Wollen Sie aber, theurer Freund, durch den Zusatz „vor Gott“ ausdrücken, daß die Reformatoren bei ihrer Beschreibung der Kirche dieselbe ihrem himmlischen Berufe nach angesehen haben, wie Gott sie auch so ansehe: so unterscheidet aber die Schrift, das Wort Gottes eben darum, zwischen Berufenen und Auserwählten, daß nicht Jemand alle Berufene für bei Gott in Gnaden stehend achte und auf dem Wege zur ewigen Herrlichkeit begriffen. Denn obwohl Gott allen Berufenen sich in Gnaden zugeneigt hat, indem er das Evangelium sie hat hören lassen und sie zum großen Abendmahl eingeladen hat, so heißt es doch: selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren, und vor Gott sind allein die gerecht, die das ihnen gepredigte Wort