# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1856_S244 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 244 Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. oder vielmehr eine überaus reichhaltige Bibliothek und enthält die Widerlegung des tridentinischen Conciliums, sowie zugleich eine Vertheidigung und Erklärung der evangelischen Lehre; nützlich für alle, welche die Wahrheit lieben und für diejenigen, welche sich mit den Papisten, die sich so oft mit jenen pythagoräischen Decreten des tridentinischen Conciliums breit machen, in Kampf einlassen wollen. Es hat noch andere gegeben, welche eben dasselbe Concilium examinirt haben, die nicht ungeschickt waren, dieser unser Chemnitz aber hat durch sein weitläuftiges Werk, das öfters mitten in Deutschland herausgegeben worden ist, indem die Uebrigen dasselbe kurz behandeln, einen bei weitem größeren Ruhm erlangt. Es ist zum Verwundern, wie sich die mit Inful und Purpur geschmückten Wespen mit Chemnitzens Examen herumgeschlagen haben." (Effig. praestant. aliq. theolog. p. 175.) Mart. Schookius, gestorben als Professor zu Frankfurt a. d. O. 1669, schreibt: „Niemand hat nach Chemnitz wider die Papisten aus dem kirchlichen Alterthum bisher mit Glück gekämpft, der nicht mit seinem Kalbe gepflügt hätte, ohne freilich zu erwähnen, woher die so siegreichen Waffen genommen seien." (Exercitat. theol.) J. Heinr. Heidegger, der bekannte Verfasser der Formula consensus, gestorben zu Zürich 1698, schreibt in seiner Anatome Concilii Trid.: „Ich bekenne allerdings freiwillig, daß der so überaus gelehrte und unsterblichen Lobes würdige Mann, Martin Chemnitz, dem tridentinischen Concilium mit Einem Schlage so tapfer den Todesstoß versetzt und das Herz durchbohrt habe, daß es weiter keines Schlages bedurfte und ich erkenne und bekenne zugleich mit Dank, daß er meiner Hülflosigkeit nicht geringe Hülfe gebracht habe." (Praef. S. b.) Bekannt ist endlich auch dieses, daß es nicht wenigen Gelehrten von ihren papistischen Oberen aufgetragen worden ist, Chemnitz'ens Examen zu widerlegen, die dasselbe nun genauer studiren mußten und so bald sie tiefer hinein kamen, die Feder wegwarfen und, von der Wahrheit überwältigt, das Pabstthum verließen und Lutheraner wurden. Dahin gehört u. A. der berühmte Jesuit Ignatius Aloystus Zierendorf, Dr. theol. und Prof. controversiarum, der diesen Auftrag erhalten hatte und in Folge seines Studiums des Chemnitzischen Werkes im Jahre 1711 Lutheraner wurde und sodann die ausgezeichnete Schrift wider das Pabstthum herausgab: Papismus ἄγραφος καὶ ἔγγραφος. (S. Löschers Unschuld. Nachr. 1712. S. 1100.) Ferner schreibt der Jesuit Franz Leopold von Reising, geboren 1700 zu Grätz in Steiermark, Folgendes von seiner Bekehrung zum Lutherthum: „Endlich fiel ich durch Führung göttlicher Gnade auf das Examen des tridentinischen Conciliums von dem sehr berühmten seligen Dr. M. Chemnitz. Durch Lesung dieses Buches wurde ich von einer solchen Begierde nach der Wahrheit ergriffen, daß ich mit der zugemessenen Zeit in der öffentlichen Bibliothek" (wo Reising das Buch fand) „nicht zufrieden sein konnte, sondern das genannte Buch wider alle Erlaubniß von der Bibliothek heimlich auf meine Kammer nahm und da alle freien Augenblicke benutzte, in demselben zu forschen. Ich verglich die Aussprüche der Väter mit den Worten der heil. Schrift, und er⸗