# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1856_S243 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. 243 sich durch seine überaus accurate Prüfung des tridentinischen Concils so berühmt gemacht habe, daß das hohe Lob, welches er sich durch seine seltene Gelehrsamkeit und Gottseligkeit erworben habe, von den Gegnern, über die er einen wahren Triumph davongetragen, nicht verdunkelt werden könne." (Syntagm. hist. eccl. III. p. 743.) J. Conr. Danhauer schreibt: „In dem antitridentinischen Examen findet man eine ausgezeichnete Probe der analytischen Methode, darin er, nachdem er den gegenwärtigen Status controversiae aus der ganzen Geschichte der Streitigkeiten genommen und festgestellt hat, diejenigen Beweise auswählt, die zum Kampfe taugen und Ueberführung erzielen, welche gründlich und siegreich zu widerlegen bisher keiner der Widersacher im Stande gewesen ist." (Adv. Cornaeum p. 257.) Anton Reiher, gestorben als Pastor zu Hamburg 1686, schreibt: „Gewiß, wenn Luther das genaue Examen des tridentinischen Concils mit seinen Augen gesehen hätte, so zweifle ich nicht im mindesten, daß er es allen alten Schriften vorgezogen haben würde." (Templ. honoris p. 399.) Sam. Bened. Carpzov, gestorben als Oberhofprediger zu Dresden 1707, schreibt: „Matthias Hoe nannte Martin Chemnitz, diesen ausgezeichneten Theologen, ohne Bedenken den dritten Engel (Offenb. 14, 9.). Welchem Urtheil beizutreten ich um so weniger anstehe, mit je größerem Muthe, mit je größerem Vorrath von Gelehrsamkeit, mit je größerer Tiefe des Geistes, mit je größerer Schärfe des Urtheils Chemnitz den gemeinschaftlichen Widersacher angegriffen hat. Luthern und Flacius folgend, gab er gerade zu der Zeit, als das römische Babylon seine Risse wider auszubessern unternahm, indem es zu diesem Zweck unglückselige Baumeister zu dem tridentinischen Concil versammelte, die Theologie der Jesuiten heraus. Und da hierauf der Portugiese Andradius ihn angriff, stellte er jenes unvergleichliche und von der ganzen gelehrten Welt bewunderte Examen des tridentinischen Concils an, wodurch er vor dem Zeichen des Thieres warnt und den überaus ungerechten Anathematismen, womit jene Versammlung der Boshaftigen wider die Bekenner der göttlichen Wahrheit donnert, jenes Anathema der Offenbarung Cap. 14, 9—11. entgegenstellt: „„So jemand das Thier anbetet, und sein Bild"" ꝛc. Wüthende Hunde haben diese, göttlichen Geist athmende, Schrift angebellt, aber keiner von den Gegnern hat dieselbe mit Grund widerlegen können, indem dieselbe auf den unbeweglichen Grund des göttlichen Wortes gegründet und mit Zeugnissen der Kirche des Alterthums ausgeschmückt ist, so daß die Gegner, aus der Burg der Schrift vertrieben, für ihre so schlechte Sache selbst in der Autorität der Väter kein Patrocinium finden." (Disputt. isagogicae Chemnitium etc. Praef. p. II.) Auch die Reformirten haben sich in dem Lobe des Chemnitzischen Examens nicht erschöpfen können. Jacob Verheiden, gestorben zu Gravenhaag um 1600, schreibt: „Er (Chemnitz) ist es, welcher die Decrete der neuen tridentinischen Väter nach Gottes Wort, als der Norm und Regel, und nach dem Urtheil und den Lehrsätzen der älteren und reineren Kirchenväter auf das fleißigste geprüft hat. Dieses Werk ist unter den übrigen das ausgezeichnetste,