# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1856_S233 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die Predigtvorbereitung aus Dr. Luther. 233 völlig im Klaren sein, wie Sclaverei im Lichte des göttlichen Worts erscheint; ein Hin⸗ und Herschwanken, ein principloses Berufen auf einzelne Schriftstellen außer ihrem Zusammenhange, ein ängstliches Laviren zwischen den beiden Extremen, ein mitleidiges Achselzucken, eine Meinung bloß auf Utilitätsgrundsätze gebauet, ein bornirtes Wiederholen der abgedroschenen Rede: die Sclaven des Südens werden besser gekleidet und reichlicher gefüttert, als die freien Arbeiter des Nordens, wiederum ein dunkles, philanthropisches Mitgefühl für die Sclaven, ohne sichere Leitung durch Gottes Wort, verträgt sich nicht mit dem Prediger des Evangeliums, der mit dem Wort der Wahrheit zur Rechten und Linken soll gerüstet sein; aber er würde seinen Beruf nicht ausfüllen, wenn er mit zelotischem Denunciren der Sclaverei den Anfang machen oder überhaupt an den politischen Agitationen wider die Sclaverei Theil nehmen wollte. Er ist ein Diener dessen, der gesagt hat: mein Reich ist nicht von dieser Welt. Er predige Herrn und Knechten insgemein das selige Evangelium von unserer Erlösung, Buße und Vergebung der Sünde und bringe so viel an ihm ist, beide zum Bewußtsein und in Besitz ihrer durch Christum erworbenen Freiheit von Sünde, Tod und Teufel. Wenn dieses Evangelium angenommen wird von Herrn oder Knechten, da hat schon die Sclaverei das Schreckenhafte, das an ihr haftet, verloren und es wird der Weg gebahnt, auf dem die Sclaven endlich zu ihrer leiblichen Freiheit gelangen können. Alsdann vermahne er in paulinischer Weise Herrn und Knechte und strafe beide ohne Ansehen der Person, wenn sie ihrer Pflicht vergessen. Insonderheit nehme er sich der armen, verwahrloseten, untertretenen Sclaven in erbarmender Liebe, als der Lämmer Christi an, durch Lehre und Unterricht. Denn daß sie auf einer so tiefen Stufe moralischer Verwilderung stehen und höchstens einem schwärmerischen Methodismus zufallen, an wem liegt die Schuld, als an denen, die ihnen keine erbarmende Liebe beweisen? Auf dieser Bahn muthig und treu fortgehend, wird er sich zwar nicht die Gunst der Sclavenherrn erwerben, wohl aber ihren Zorn auf sich laden. Er fürchte sich aber vor ihrem Trotzen nicht und erschrecke nicht; er heilige aber Gott in seinem Herzen. (Eingesandt von Pastor Hoyer.) Die Predigtvorbereitung aus Dr. Luther. (Schluß.) Der Nachweis, daß Luthers Predigtweise auch in Betreff der Form ein ausgezeichnetes Muster ist, mag zuerst hervorheben, wie seine Anordnung dem Inhalte und der Bedeutung der evangelischen Verkündigung so durchaus entspricht. Ich leugne nicht, daß wir in dieser Beziehung durch Gottes Gnade bereits einen guten Schritt vorwärts gethan haben. Daß die unter den Rö⸗