# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1856_S215 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ist derjenige für einen Ketzer oder gefährlichen Irrlehrer zu erklären ꝛc. 215 von dem Ansehen der übrigen biblischen Bücher keinesweges ausschließen ... Wir schließen vielmehr daraus, daß wir über die Urheber jener Briefe, deren Urschriften die erste Kirche nicht gesehen hat, mit Recht zweifeln, und zwar ohne irgend eine Verachtung der darin enthaltenen Dinge.“ (Phosphorus veri catholicismi. p. 391.) Dr. Theodor Thummius (Professor in Tübingen, gest. 1630) schreibt: „Wie dem aber sei, so bleibt doch dies, daß dieses ganze Buch (die Offenbarung) nicht protokanonisch sei, sondern nur, weil von dem Urheber, durch den es geschrieben worden (ob er nehmlich vom heil. Geist unmittelbar, oder aber nur mittelbar gelehrt worden sei und folglich habe irren können), nichts gewisses bekannt ist, deuterokanonisch (in untergeordnetem Sinne kanonisch), welcher Bücher Natur und Beschaffenheit diese ist, daß sie, obgleich sie an sich ein durchaus göttliches und untrügliches Ansehen in Entscheidung der dogmatischen Streitigkeiten haben, doch was uns betrifft, wenn sie nicht den Consens der protokanonischen haben, darnach sie zu prüfen sind, damit der Kirche nichts von zweifelhaftem Ursprung aufgelegt werde, nichts unwidersprechlich beweisen.“ (S. A. Pfeiffer's Antichiliasmus. Lübeck. 1729. S. 158.) Möge Gott der HErr geben, daß diese vorstehenden Zeugnisse dazu dienen, daß ein jeder seines Glaubens in diesen letzten betrübten Zeiten recht gewiß zu werden trachte und erkenne, daß dies in vielen Puncten nur auf gewissenhaftes ernstes Forschen und unter großen inneren Gewissenskämpfen geschehen könne. Möge sich aber auch ein jeder hierdurch vor der schweren Sünde warnen lassen, diejenigen alsbald als Bestreiter des Wortes Gottes zu verdächtigen, die mit den treuesten Lehrern unserer Kirche in deren besten gesegnetsten Tagen zwar alle Glaubensartikel festhalten und die von der ganzen Christenheit aller Zeiten allgemein anerkannten heiligen Bücher als die göttliche Regel und Richtschnur des Glaubens und Lebens anerkennen, aber Bedenken tragen, diejenigen Bücher als Schriften gleichen Ansehens anzuerkennen, denen widersprochen und über deren Ursprung und Ansehen je und je auch von rechtschaffenen treuen Christen und Kirchenlehrern gezweifelt worden ist; die daher nicht die in den widersprochenen Büchern enthaltene göttliche Lehre angreifen, aber die Homologumena nicht aus diesen, sondern diese aus jenen ausgelegt wissen wollen. Wird bei dieser Frage nicht unchristlich verfahren, wird das arme Volk nicht durch unredliche Darstellung dessen, worum es sich hier handelt, durch partheiische Ausbeutung einer für das Volk in ihrer wahren Bedeutung schwer einzusehenden Thesis in Verwirrung gesetzt — denn das ist hier sehr leicht. —, so kann die Behandlung der entstandenen Frage nur dazu dienen, die Christen zum ernsten Forschen zu erwecken und sie bei dieser Gelegenheit in ihrer Erkenntniß und in ihrem Glauben tiefer und fester zu gründen. Sollte in irgend einer Zeitschrift auf Gegenwärtiges Rücksicht genommen werden, so erklären wir im Voraus, daß wir unverständiges Geschwätz, das