# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1856_S214 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 214 Ist derjenige für einen Ketzer oder gefährlichen Irrlehrer zu erklären ꝛc. gelium Matthäi, Marci, Lucä und Johannis, die Apostelgeschichte, die 13 Briefe Pauli, desgleichen der 1. Petri und der 1. Johannis .. Sind aber außer diesen aufgezählten Büchern auch andere Bücher in dem Codex der Schrift enthalten? Antwort: Allerdings, solche, welche mit dem gemeinen Namen der Apokryphen benannt werden ... Sage nun die apokryphischen Bücher des Neuen Testamentes her. Antwort: Der Brief an die Ebräer, Jacobi, der 2. Petri, der 2. und 3. Johannis, Judä und die Offenbarung Johannis. Woraus erhellt es, daß dieses Apokryphen sind? Antwort: Daraus, weil sie nicht von Allen in der Urkirche für gewiß apostolische angenommen worden, sondern einige Kirchen über dieselben eine Zeit lang gezweifelt haben, einige auch etlichen ausdrücklich widersprochen haben. Sind sie aber etwa von derselben Gültigkeit mit den Apokryphen des Alten Testamentes? Antwort: Keinesweges: weil die apokryphischen Bücher des Alten Testamentes durchaus ungewiß sind, auch vieles der kanonischen Schrift schnurstracks Zuwiderlaufendes enthalten und daher in Behauptung der Glaubensdogmen keine Autorität haben. Die Apokryphen des Neuen Testamentes aber sind nicht so ganz zweifelhaft, noch enthalten sie etwas der kanonischen Schrift schnurstracks Zuwiderlaufendes, und daher haben sie auch in Glaubensstreitigkeiten beweisendes Ansehen. Denn obgleich über dieselben in der Kirche von Einigen gezweifelt worden ist, so sind sie doch von Anderen wegen der von Gott eingegebenen Lehre angenommen worden. Man hat über den Autor gezweifelt, nicht aber über die Lehre, welche als apostolische angenommen worden ist. Die Papisten aber irren, welche sagen, daß sowohl die apokryphischen Bücher des Alten als des Neuen Testamentes mit den kanonischen gleiche Autorität in Beweisung der Glaubensdogmen haben.“ (Buddeus berichtet in seiner Isagoge, daß über diesen großen Dietrichschen Catechismus hie und da auf Schulen und Universitäten Vorlesungen gehalten worden sind.) Friedrich Balduin (Professor in Wittenberg, gest. 1627) schreibt: „Dieselbe Bewandtniß hat es mit den kanonischen Büchern des Neuen Testamentes (wie mit denen des Alten Testamentes), welche von Eusebius schon in drei Classen eingetheilt worden sind. Einige sind ächte, unbezweifelte und testamentarische, andere von einigen aus gewissen Ursachen widersprochene, doch nur von einigen; einige sind widersprochene von allen, denen nehmlich von der ganzen ursprünglichen Kirche widersprochen worden ist und die daher als unächte und von Fabeldichtern untergeschobene verworfen worden sind .. Zur zweiten Classe werden gerechnet der Brief, welcher dem Jacobus beigelegt wird, der Brief Judä, der zweite Petri, der zweite und dritte Johannis, denen einige den Brief an die Ebräer und die Offenbarung beifügen . .. Die Bücher der zweiten Classe heißen Apokryphen, theils, weil einige über die Urheber derselben gezweifelt haben, theils auch, weil nicht alle diejenigen, die ohne Zweifel kanonisch sind, in gleichem Grade erreichen .. Wenn über diesen Brief (Jacobi) und andere Schriften niemals in der ursprünglichen Kirche gezweifelt worden wäre, so würden wir sie