# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1856_S212 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 212 Ist derjenige für einen Ketzer oder gefährlichen Irrlehrer zu erklären ꝛc. ersten ab. — Eusebius sagt Buch 3. Capitel 3., daß einige vor ihm behauptet haben, der Brief an die Ebräer sei nicht Pauli, darum, weil die römische Kirche denselben nicht annähme, aber doch beweist er, daß derselbe nicht neu und erst kurz vorher geschrieben sei, daher, daß Clemens von Rom, der Gefährte Pauli, in dem Briefe an die Corinther einige Sätze wörtlich daraus genommen habe; und sagt, daß derselbe nicht mit Unrecht den übrigen Schriften des Apostels zugezählt werde. Denn da Paulus in diesem Schreiben in seiner Muttersprache zu den Ebräern geredet habe, so glauben einige, jene Epistel habe der Evangelist Lucas, andere Clemens von Rom übersetzt, und zwar scheine dies in sofern der Wahrheit gemäßer, als beide Briefe, der des Clemens und der an die Ebräer, sowohl einen ähnlichen Character haben, als auch der Sinn beider nicht eben weit von einander abgehen. Eusebius 3. Buch 37. Capitel. Nicephorus sagt Buch 2. Capitel 46., die Ursache des Zweifels sei gewesen, daß der Name Pauli nicht beigefügt sei nach der Weise seiner anderen Briefe. Aber das Alterthum scheint wichtigere Gründe gehabt zu haben. Denn daß er nicht in Pauli Sprache rede, war leicht zu merken, wie denn auch Origenes schreibt, nach dem Bericht des Eusebius Buch 6. Capitel 25. Auch konnte den Lesern nicht entgehen, was Capitel 2. gesagt wird: „„Wie wollen wir entfliehen, so wir eine solche Seligkeit nicht achten? Welche, nachdem sie erstlich gepredigt ist durch den HErrn, ist sie auf uns gekommen durch die, so es gehöret haben; und Gott hat ihr Zeugniß gegeben mit Zeichen, Wundern und mancherlei Kräften, und mit Austheilung des heil. Geistes, nach seinem Willen.““ Wer sollte hieraus nicht schließen, daß diese Epistel nicht Pauli sei, da Paulus Gal. 1. bezeugt, daß er sein Evangelium nicht von einem Menschen empfangen noch gelernt habe, sondern durch die Offenbarung JEsu Christi? Außerdem war nicht schwer zu erachten, daß das, was Capitel 6. und 10. offenbar auf die Meinung geht, daß einmal zu Christo Bekehrte, so⸗sie wiederum abfallen, auch durch ernste Buße nicht wieder erneuert werden können, weder der Lehre Pauli, noch der andern Apostel, viel weniger Christi gemäß sei, der da sagt: „„Kommet her zu mir alle““ ꝛc. Durch diese und ähnliche Gründe bewogen, scheint das bedächtige Alterthum, welches alles nach der Analogie des Glaubens zu prüfen pflegte, an dem Briefe an die Ebräer mit Recht gezweifelt zu haben.“ Hierauf wird in den Centurien die Aechtheit der Offenbarung vortrefflich erwiesen und die Abhandlung mit den Worten geschlossen: „Es sei dies genug in Betreff derjenigen Bücher, welche dem Zweifel unterworfen sind.“ (Siehe: Centuriae Magdeburgenses ed. S. J. Baumgarten. Vol. II. p. 452—56.) Wir lassen nun ein betreffendes Urtheil über unseren Gegenstand von Andreas Osiander folgen, der im Jahre 1617 als Canzler der Universität und Probst der Kirche zu Tübingen gestorben ist. Wir geben von ihm, was Johann Gerhard von ihm in dem Supplementband seiner Loci anführt. Da heißt es nehmlich: „Osiander billigt die Meinung des Eusebius,