# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1856_S211 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ist derjenige für einen Ketzer oder gefährlichen Irrlehrer zu erklären ꝛc. 211 die Apostel Jacobus und Judas seien. Denn der Brief Jacobi weicht nicht wenig von der Analogie der apostolischen Lehre ab, indem er die Rechtfertigung nicht dem Glauben allein, sondern den Werken zuschreibt, und das Gesetz ein Gesetz der Freiheit nennt, während das Gesetz ein Bund ist, der zur Knechtschaft gebiert, Gal. 4. Sodann beobachtet er nicht die Lehrweise der Apostel. Denn während es den anderen Aposteln gewöhnlich ist, obgleich sie die Lehre von den guten Werken handeln, daß sie doch von der Wohlthat Christi und dem Glauben an Christum alsobald etwas zum Beweise einmischen, so gedenkt hingegen dieser kaum ein- oder das andere mal des Namens Christi, von dem Werke desselben aber ist er ganz stumm. Außerdem bedient er sich einiger Aussprüche Petri und Pauli und nennt sich nicht einen Apostel Christi, wie Paulus und Petrus thun, sondern nur einen Knecht Christi. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, daß dieser Brief von einem Schüler der Apostel gegen Ende dieses Jahrhunderts oder in der nachfolgenden Zeit geschrieben worden sei. — Daß der Brief Judä auch nicht ächt sei, dessen zeiht ihn auch dieses, daß er sich nicht einen Apostel, sondern einen Knecht nennt, und daß er es selbst verräth, nach den Aposteln gelebt zu haben, wenn er sagt: Ihr aber, meine Lieben, erinnert euch der Worte, die zuvor gesagt sind von den Aposteln unseres HErrn JEsu Christi, da sie euch sagten, daß zu der letzten Zeit werden Spötter sein ꝛc.; daß er einiges wörtlich aus der zweiten Petri abschreibt und daß er die Meinung von dem Kampf des Erzengels Michael wider den Teufel anführt über dem Leichnam Mosis und aus der Weissagung Henochs, was sich in den erprobten Büchern des Alten Testaments nicht findet ꝛc.; und weil berichtet ist, daß Judas nicht nach Griechenland, sondern nach Persien gekommen sei, wo er vielmehr persisch, als griechisch geschrieben haben würde. — Von der anderen Epistel Petri sagt Eusebius: Wir haben empfangen, daß dieselbe nicht legitim sei, und doch ist sie, weil sie vielen brauchbar zu sein scheint, mit den andern gebraucht worden. Eusebius Buch 2. Capitel 3. Außer diesen Einem, daß man sagt, ihr fehle das Zeugniß des Alterthums, scheint mir derselben nichts anderes zu fehlen, daß sie nicht für eine ächte Epistel Petri gehalten werden sollte. Denn der Styl und die Zusammenstellung weicht von dem ersten nicht sehr ab. Sodann bezeugt er, daß er mit Christo auf dem heiligen Berge gewesen sei ꝛc. und spricht es mit Gewißheit aus, daß er ein Apostel unseres HErrn IEsu Christi sei 2 Petr. 1. und 3. Er billigt auch die Briefe Pauli und zeigt, daß er mit demselben dasselbe glaube, und malt mit prophetischem Geiste die Ketzer, den Antichrist und die Epikuräer der letzten Zeit ab. — Daß den beiden anderen Briefen Johannis von den Alten widersprochen worden ist, zeigt Eusebius Buch 3. Capitel 25. an. Und da er aus Papias beweist, daß es zwei gegeben habe, die den Namen Johannes trugen und in Ephesus lebten, der eine der Evangelist und Apostel, der andere ein Aeltester Johannes, so scheint er anzudeuten, daß man gezweifelt habe, welchem von diesen beiden, die Johannes hießen, man diese Briefe zuschreiben solle. Eusebius Buch 3. Capitel 39. Der Styl aber geht nicht sehr von dem