# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1856_S210 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 210 Ist derjenige für einen Ketzer oder gefährlichen Irrlehrer zu erklären ꝛc. Alterthums sei, ist kein Zweifel. Aber das Tridentinische Concil will eben um dieser Ursache willen von dieser nothwendigen und durchaus wahren Unterscheidung der alten Kirche nichts wissen, stößt dieselbe um und hebt sie auf, weil (wie mein Andradius sagt) sie sich nicht in die engen Grenzen einschließen lassen wollen, daß sie, aller anderen Hülfsmittel baar, allein von der kanonischen Schrift ihre Glaubwürdigkeit borgen. Denn die Tridentinische Synode sagt, daß sie darum aus den apokryphischen Büchern kanonische mache, um zu zeigen, welche Zeugnisse und Hülfsmittel sie in der Bestätigung der Dogmen und in der Anrichtung der Sitten gebrauchen wolle.“ (L. c. ed. Genevens. fol. 45. sq.) Wir lassen nun über denselben Gegenstand die Magdeburgischen Centurien*) reden. Diese sagen: „Gott wollte durchaus nicht, daß das der Vergessenheit übergeben werde, was er durch die Apostel durch Sendung des heil. Geistes vom Himmel Wunderbares in Fortpflanzung der Lehre des Evangeliums durch die ganze Welt gethan hat. Daher ist es durch Gottes Wirkung geschehen, daß Einiges schriftlich aufgezeichnet worden ist, von gewissen und glaubwürdigen Autoren, und daß dasselbe der Kirche anvertraut worden ist, damit die Frommen zu aller Zeit lernen und erkennen konnten, welche Art der Lehre der von unserem HErrn IEsu Christo vom Himmel gesendete heil. Geist durch den Kreis der Welt verkündigt und durch Zeichen und Wunder bestätigt habe. Die Schriften dieser Gattung sind (außer den vier Evangelien) die Apostelgeschichte, von Lucas herausgegeben, alle Episteln Pauli außer derjenigen, welche an die Ebräer geschrieben ist, die erste Johannis und die erste Petri. Daß diese immer für unzweifelhafte gehalten worden sind, bestätigt Eusebius im 3. Buch im 25. Capitel. Aus diesen können die Fundamente von den Glaubensartikeln mit Sicherheit genommen werden. Es gibt aber auch einige andere in diesem Jahrhundert durch die Kirchen im Namen der Apostel oder deren Schüler verbreitete Schriften, wovon einige wegen des Zweifels Mancher eine Zeit lang unentschieden gelassen, hernach aber in die Zahl der katholischen Schriften aufgenommen, einige aber gänzlich als apokryphisch verworfen worden sind. Zur ersteren Gattung gehören: der Brief Jacobi, der Brief Judä, der andere Petri und der zweite und dritte Johannis, der Brief an die Ebräer und die Offenbarung Johannis. „Eusebius, von seiner Zeit redend, sagt, daß der Brief Jacobi der erste unter den sieben katholischen und der Brief Judä auch Einer unter denselben sei und öffentlich in den meisten Kirchen gelesen werde, behauptet aber doch, daß sie unächt seien, daraus, daß nicht viele aus den Alten derselben Erwähnung thun. Eusebius Buch 2. Capitel 23. Aber außer diesem Beweise, der von dem Zeugniß des Alterthums genommen ist, gibt es auch andere nicht undeutliche Anzeichen, daraus man schließen kann, daß die Autoren derselben nicht *) Dieses große kirchengeschichtliche Werk ist bekanntlich von den vier ausgezeichneten Theologen: Flacius, Wigand, Judex und Basilius Faber geschrieben.