# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1856_S209 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ist derjenige für einen Ketzer oder gefährlichen Irrlehrer zu erklären ꝛc. 209 und von der ersten und alten Kirche gewiß und beständig angenommen worden sind, ja obgleich durch die offenbarsten Zeugnisse des Alterthums heller als das Mittagslicht das Gegentheil bewiesen wird, — trotz diesem Allem bestimmen und beschließen wir, daß dieses mit Gewißheit geglaubt werden müsse, obgleich von uns keine geschickten Beweisthümer für die Sache beigebracht werden, weil (wenn es nicht gefällig ist) die Fülle solcher antichristischen Macht in dem Schrein des päbstlichen Herzens vergraben ist.“ „Sie sprechen den Fluch aus über alle, welche die apokryphischen Bücher nicht mit derselben Gewißheit und Autorität annehmen, wie die kanonischen. Verflucht wird also sein Eusebius, Hieronymus, Origenes, Melito und die ganze erste apostolische und alte Kirche, aus deren Zeugniß das, was wir oben über jene Bücher angeführt haben, genommen ist“ ... „Der ganze Streit besteht also in der Frage: ob es gewiß und unzweifelhaft sei, daß jene Bücher, über welche dieser Streit ist, die von Gott eingegebene, von den Propheten und Aposteln, die jenes Ansehen von Gott hatten, entweder herausgegebene oder approbirte Schrift seien? Das ganze Alterthum antwortet, daß es nicht gewiß sei, sondern daß wegen des Widerspruchs Vieler gezweifelt worden sei. Die Tridentinische Hoffart aber droht mit jenem Fluche, wenn jemand jene nicht mit gleicher, ja derselben Gewißheit und Autorität annehmen wollte, wie die übrigen Bücher, über die nie gezweifelt worden ist. Was ists daher Wunder, daß einige päbstliche Schmarotzer disputirt haben, daß der Pabst neue Glaubensartikel machen könne, da er hier eine neue kanonische Schrift zu fabriciren sich nicht entblödet? so daß kein Zweifel mehr ist, wer jener sei, der, im Tempel Gottes sitzend, sich über alles, was Gott heißt, erhebt. 2 Thess. 2.“ „Sind also jene Bücher schlechterdings zu verwerfen und zu verdammen? Dies suchen wir keinesweges. Welchen Nutzen hat daher dieser Streit? Ich antworte: damit die Regel des Glaubens oder der gesunden Lehre in der Kirche gewiß sei. Denn die Alten hielten dafür, daß allein aus den kanonischen Büchern das Ansehen der kirchlichen Dogmen zu bestätigen sei, wie die Zeugnisse oben allegirt sind. Man achtete, daß allein die Autorität der kanonischen Schriften geschickt sei, das zu erhärten, was streitig wird; von den übrigen Büchern aber, welche Cyprian kirchliche, Hieronymus apokryphische nennt, wollte man zwar, daß sie in den Kirchen gelesen würden zur Erbauung des Volks, aber nicht zur Erweisung des Ansehens der kirchlichen Dogmen. Und die Autorität jener wurde zur Erhärtung dessen, was streitig wird, weniger geschickt geachtet. Kein Dogma darf daher aus jenen Büchern aufgestellt werden, was nicht gewisse und offenbare Fundamente und Zeugnisse in anderen kanonischen Schriften hat. Nichts, was streitig ist, kann aus jenen Büchern bewiesen werden, wenn nicht andere Beweise und Bestätigungen in den kanonischen Büchern da sind. Sondern was in jenen Büchern gesagt wird, ist nach der Analogie desjenigen auszulegen und zu verstehen, was offenbar in den kanonischen Büchern gelehrt wird. Daß dieses die Meinung des 14