# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1856_S189 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vermischte kirchliche Nachrichten. 189 hätten wir Katholiken kein Jahr 1517 zu beweinen!“ Und ebenso im Kirchlichen Anzeiger für Katholiken Nr. 25, wo einer darauf hinweist, daß sich jetzt der Protestantismus dem Katholicismus in drei wesentlichen Punkten wieder nähere, im Begriff der Kirche, in der Anpreisung der guten Werke und in der Ehescheidungsfrage, und darauf mit dem frommen Wunsche schließt: „Gott helfe weiter! Jetzt wird der Protestantismus positiv und faßbar für gegenseitige Verständigung.“ — Uebrigens spukt das Romanisiren selbst unter den Lutheranern innerhalb der Union. In der „Monatsschrift für die evangelisch-lutherische Kirche Preußens ,“ Januar-Heft 1855, heißt es u. A.: „Wir können in der ganzen kirchenregimentlichen Ordnung seit der Reformation her, nur ein Provisorium erkennen. Das Ziel, welches wir im Auge haben, liegt sehr weit über die höchste Steigerung jenes Erlasses (vom 6. März 1852) hinaus. Es ist, um es mit einem Worte zu sagen, der Wiedereintritt in den ökumenischen Episkopat, dem uns die kirchliche Entwickelung zuzuführen hat ... Daß die Kirche in der Reformation denselben verlassen hat, ist ebenso sehr unsere Klage, als wir ihn als Ziel im Auge behalten.“ Dr. Stahl nennt sogar in seiner Rede über christliche Toleranz den Cultus der katholischen Kirche die köstliche Narde, welche die Sünderin im Evangelio über den HErrn ausgegossen habe. Noch ein Beispiel vom Romanisiren in der lutherischen Kirche. So schreibt Pastor Diedrich in Zabel in seiner „lutherischen Dorf-Kirchenzeitung“ in der Decembernummer des vorigen Jahres: „Das alte römische Kaiserthum ging in Sünden unter — Eine neue Gestalt bildete Gott und zwar bestand sie lange zu großem Segen: das war das Pabstthum und man sollte doch nicht die Wahrheit so ins Angesicht schlagen, das zu leugnen. Das Pabstthum war lange Zeit der Hort der Lehre in einer Reinheit , wie man sie damals nur haben konnte: es war lange der Hort der Freiheit und Zuflucht christlicher Personen und auch christlicher Völker. Es hat die oft mehr als halbheidnischen Völker gezähmt und mit den Segnungen des Friedens und des Evangeliums erfüllt. Das Reich Gottes hat damals von Gott selbst [die Welt sagt: durch die Umstände *)] solche Form empfangen. Aber so edel, hoch und hehr die Idee war, so schändlich wurde sie doch in spätern Jahren entstellt.“ Fast scheint es, als ob dem Herrn Schreiber schon der Mund nach einem Pabstthum wässerte, das neben anständigem Leben auch mit einer gewissen Art lutherischer Orthodoxie geschmückt sein müßte. Die Idee, durch Einen menschlichen Willen in der Kirche Einheit, Friede und Gerechtigkeit zu verschaffen, soll eine „edle, hohe, hehre Idee“ gewesen sein! — Die Idee, durch welche die Hölle die Christenheit betrogen und den Antichrist in den Tempel Gottes eingeführt hat! — Daß es Gott erbarmen möchte! Pastor Krause. Aus dem „Informatorium“ vom 15. Mai ersehen wir, daß der bekannte Pastor (?) Krause, nachdem demselben unsere Synode das Gesuch um Aufnahme nicht hatte gewähren können, das in der lutherischen Gemeinde zu Milwaukie (von ihm nun „Rotte“ stylisirt) gethane Sündenbekenntniß wiederrufen und behufs der Wiederaufnahme in die Buffalo-Synode ein neues Sündenbekenntniß gethan hat. Dr. Philippi und Dr. Hofmann. Ersterer schrieb in der Vorrede zur zweiten Auflage seines Commentars zum Briefe an die Römer: „Um so weniger kann ich der subjektivistischen Umsetzung der objektiven, biblisch-kirchlichen Versöhnungs⸗ und Rechtfertigungslehre in Hofmann's Schriftbeweis zustimmen. Möchte es diesem gelehrten und scharffinnigen Schriftforscher, der doch gewiß auch mit seiner Theologie unserer gemeinsamen Kirche und ihrem Bekenntnisse zu dienen sucht, gelingen, sich dieser centralen Grundlehre des Heils in ihrer evangelischen Einfalt, Tiefe und Lauterkeit zu bemächtigen, und darnach mit den reichen wissenschaftlichen Gaben und Kräften, die ihm vor Anderen verliehen sind, den Gesammtbau seines originalen, doch singulären Lehrsystems umzuschaffen und der biblisch-kirchlichen Glaubensanalogie entsprechender zu gestalten. Wahrlich ich wollte dann einer der Ersten sein von denen, die sich freudig und dankbar lernend zu seinen Füßen setzten.“ Hierauf *) Wie ein Lutheraner sagen würde, hat der Herr Schreiber nicht gesagt, nehmlich: „durch den Teufel.“ 2 Thess. 2, 7—12.