# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1856_S188 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 188 Vermischte kirchliche Nachrichten. Lutheraner von Amerika! selbst die großmüthigen gelehrten Reformirten kommen aufs zarteste eurer Stupidität zu Hülfe. Nun könnt ihr trotz eures Mangels an eigener „Einsicht“ nicht irre gehen —), „daß sie sich damit unter das alte Joch der Concordienformel gefangen geben und sich die Altlutheraner als Treiber aufladen — der sollte doch einsehen, was am Ende die Folgen einer solchen Täuschung sein werden! Der neuen Platformbewegung wäre damit wahrlich nicht auf das Haupt geschlagen, sondern erst recht auf die Beine geholfen und derselben eine Berechtigung gegeben, die sie nie zuvor beanspruchen konnte.“ (Wunderlicher Rath! Wir sollen also unsere Confession selbst bedingt unterschreiben, damit die, welche dies schon durch ihre Platform gethan haben, nicht auf die Beine kommen! Timeo Danaos et dona ferentes!) — In der Nummer vom 23. Mai hat sich endlich auch der „Lutheran Observer“ des Herrn Dr. Benj. Kurtz über die vorgeschlagene freie lutherische Conferenz ausgesprochen; wie? ist leicht zu muthmaßen. Um davon nur etwas unseren Lesern mitzutheilen, so heißt es in der bezeichneten Nummer: „Der Gegenstand (der Conferenz) ist, wenn wir denselben richtig verstehen, die symbolischen Lutheraner völliger zu vereinigen und zu consolidiren und dann die amerikanischen Lutheraner förmlich und feierlich in Anklagestand zu versetzen und vielleicht zu excommuniciren ... Und dennoch sind unter uns, welche denken, es sei keine Ursache dazu da, Lärm zu schlagen; diese Controverse in Betreff des Altlutherthums sei unnöthig ꝛc. Wir sind wesentlich anderer Meinung und denken, daß die, welche sprechen: „„Friede, Friede, es hat keine Gefahr,““ die Personen seien, welche in Irrthum sind, während andere es uns später Dank wissen werden, daß wir im voraus Lärm blasen.“ — Wie die Buffalo⸗Synode über die Conferenz denken möge, ist ebenfalls nicht schwer zu errathen . Ein Schreiber im „Informatorium“ sagt: „Man muß mit Recht befürchten, daß damit nur selbstsüchtige und ehrgeizige Zwecke verfolgt werden ... Im Gegentheil scheint er (Walther) durch diese Conferenzen nur eine Verstärkung seiner Parthei gegen die Synode von Buffalo zu suchen, und Gelegenheit, seine irrigen (!) Lehren von Kirche, Amt, Bann und christlichem Kirchengericht zu verbreiten und neue Anhänger in den verschiedenen Synoden zu gewinnen.“ Außerdem sagt der Schreiber, daß nur dann die Buffalo⸗ Synode mit den Gliedern der Missouri- und der New-York-Synode über Lehre conferiren könne, wenn letztere Synoden erst das Unrechte abthun würden, was sie gegen die Synode in der Praxis begangen. Der Leser sieht, es sind die alten Verdächtigungen (die freilich bald zerfließen werden,) und die alten Grundsätze, nach welchen erst das Leben, und dann die Lehre reformirt, erst verurtheilt und dann prozessirt werden müsse, die die Herrn von der Buffalo⸗Synode wieder vorbringen. Gott erbarme sich seiner armen Kirche und zeige selbst einen Ausweg zum allgemeinen Frieden mit denen, die aus der Wahrheit sind! Wir für unseren Theil können von der Ueberzeugung nicht abgehen, daß es gehen müsse nach des Propheten, oder vielmehr Gottes Ordnung: „Liebet Wahrheit und Frieden!“ Wir wollen uns gern mit denen einigen, die uns mit demselben Bekenntniß des Glaubens jetzt entgegen kommen, und gern die Beleidigungen vergessen, die wir etwa von ihnen früher erfuhren. Denn die Aenderung im Leben folgt aus der Aenderung in der Lehre, nicht umgekehrt. Romanisirende Lutheraner. Wie befreundet sich die Römischen diesen Lutheranern fühlen und wie widersprechend den Römischen der noch nicht völlig aufgegebene Kampf dieser Lutheraner gegen das Pabstthum erscheint, ist aus den Münchener historischpolitischen Blättern, diesem Organe der ärgsten Ultramontanen, ersichtlich, darin es u. A. in dem 1. Heft des v. J. von diesen Lutheranern also heißt: „Aber dennoch, sie schmieden unsere Waffen, und ihre Sprache verstehen wir, wie unsere eigene! Die Noth der Zeit und der Geister hat ihnen die für ihren Standpunkt gefährlichste Frage aufgezwungen, sie zermartern sich am Begriff von der Kirche und dem Amt, und sie werden sich damit um so mehr abplagen müssen, je schroffer die Massen von der negativen und auch der positiven Union sich ihnen entgegenstellen. Es ist aber endlich eine intellectuelle Verzweiflung naturnothwendig , aus denen es zwischen den Widersprüchen nur Eine Rettung gibt ... In Wahrheit , hätte Luther ihre Anschauung von der Kirche und vom Amt im Herzen getragen, so