# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1856_S184 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 184 Die allgemeine Conferenz und der „Missionary.“ druck der Lehre der heil. Schrift und ihres eigenen Glaubens ohne Vorbehalt erkennen und bekennen, um so manche Verschiedenheit der Ueberzeugung, die noch unter Brüdern vorhanden ist, etwa mit besserem und schnellerem Erfolge, als in Zeitschriften geschehen kann, zu erörtern, und die von allen ersehnte Einigung unserer Kirche zu erstreben. Uns scheint das letztere Mittel das sachgemäßere und darum auch das sichere und den meisten Segen versprechende . Denn da unter denen, die im Grunde einig sind, da unter Brüdern, da im eigenen Hause, da im eigenen Heerlager, das wider alles Unlutherische, Unbiblische, Unchristliche zu Felde liegt, anerkannter Weise noch Differenzen sind, die aber, eben weil Ein Geist waltet, so weit er waltet, werden weichen müssen; was ist natürlicher, als daß zunächst und vor allem hier Einigung, völlige Einigung gesucht wird? Giebt Gott die nach Seiner Gnade — und Er wird es thun, denn Er ist von großer Treue — so können wir mit Freuden unser Panier erheben, und auf einen Sieg nach dem andern hoffen. Denn wir, als Einzelne, sind dann theils in so völligerm Besitz der Wahrheit, und darum um so gewisser, so freudiger, so glaubensmuthiger, so eifriger, so mächtiger in der Schrift und zu widerlegen die Widersacher, theils arbeiten wir dann insgesammt nicht etwa aus Mißverständniß wider einander, und sehen entmuthigt auf unser Werk, sondern kämpfen vielmehr in göttlichem Einverständniß, das der Geist wirket, neben und mit einander, einer den andern fördernd und ermuthigend, für die Ausbreitung des Reiches Gottes. Wenn dies erreicht ist, dann, scheint uns, wären Conferenzen, wie sie im Missionary vorgeschlagen werden, an der Zeit. Man dürfte dann hoffen, daß, wo die Wahrheit so klar, so überzeugend, so freudig, so einstimmig bekannt würde, wie sie nach vorhergegangener Einigung unter Brüdern würde bekannt werden, wer innerhalb der General⸗Synode oder der englisch redenden Lutheraner oder der gesammten lutherischen Kirche dieses Landes aus der Wahrheit ist, um so eher Gottes Stimme hören, und ihr folgen würde. Suchte man aber nicht vor allem eine Einigung der Brüder, so würde der Kampf für die Wahrheit, den doch auch der Missionary will gekämpft haben und mit Sieg gekrönt sehen, schwerlich mit der Freudigkeit, der Kraft und dem Erfolge geführt werden, als im andern Fall. Exclusiv und darum abstoßend und denen, die die Wahrheit suchen, hinderlich, ist die in „Lehre und Wehre“ vorgeschlagene Weise durchaus nicht. Denn exclusiv ist nur ein Verfahren, durch das diejenigen, die durch die Natur des Zweckes zur Theilnahme an einer Sache berechtigt sind, durch einen demselben fremden und eigennützigen Grund von letzterer ausgeschlossen werden. Hier aber gilt es, daß Brüder sich einigen, damit sie um so völliger werden und nachher, so Gott Gnade giebt, andern dienen und noch mancher Bruder hinzugefügt werde. Wer also sich für keinen lutherischen Glaubensbruder — worunter Schreiber dieses einen Christen versteht, in welchem der Glaube, daß einzig in Christo alles Heil beschlossen ist, sich zur Erkenntniß und Ueberzeugung von den in der Augsburgschen Confession aus dem Worte Gottes dargelegten Wahrheiten entwickelt hat — erkennt, den geht der Zweck