# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1856_S183 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die allgemeine Conferenz und der „Missionary.“ 183 monen. Welch eine Theologie! Die Theologie des eigenen Beliebens oder des Glaubens an das eigene Belieben: rationalistisch „die gesunde Vernunft“ (common sense) zur Richterin in Glaubensartikeln erhebend, schwärmerisch den Glauben auf alles Mögliche gründend, nur nicht auf Wort und Sacrament , bei dem Allen die Schrift nicht mit der Schrift, sondern mit der „gesunden Vernunft“ auslegend und damit sich selbst das einzige Mittel raubend, durch welches sie zur Erkenntniß ihres eigenen Schadens und zur gesegneten Reformation ihrer selbst gelangen könnte. Unvermerkt aber, in ihrer Verborgenheit desto unwiderstehlicher, theilen sich nach und nach in die Herrschaft über die Vereinigten Staaten zwei Tyrannen, entsprossen einer einigen Mutter , der Verachtung von Wort und Sacrament, zwei Tyrannen, grausamer als Antiochus Epiphanes und Herodes: der Rationalismus und der römische Katholicismus. Ist nicht jetzt schon ihre Stunde? (Eingesandt.) Die allgemeine Conferenz und der „Missionary.“ Der zu Pittsburg erscheinende und von dem Ehrw. W. A. Passavant redigirte Missionary spricht sich in der Nummer vom 1. d. M. rücksichtlich der von „Lehre und Wehre“ in Vorschlag gebrachten allgemeinen Conferenz aller derer, die sich zur ungeänderten Augsburgschen Confession bekennen, dahin aus, daß die Zeit für eine solche wohl noch nicht gekommen sei, indem sehr viele der englisch redenden Lutheraner sich nicht dabei betheiligen könnten, und daß man deshalb vielleicht zunächst vielmehr Conferenzen suchen solle, in welchen über die Augsburgsche Confession, ob oder wie weit sie schriftgemäß sei, discutirt werde. Wir glauben, daß wir mit dem verehrten Redacteur des Missionary über den Zweck ganz einig sind; er sucht der werthen Augsburgschen Confession eine möglichst allgemeine Anerkennung zu verschaffen, weil sie eine lautere und reine Darlegung der theuersten christlichen Wahrheiten ist; und das suchen auch wir. Nur über die Mittel zur Erreichung des gewiß Gott wohlgefälligen Zwecks findet eine Verschiedenheit der Ansicht Statt, und wir hoffen, eben weil wir ein Ziel haben, daß sich auch diese noch wird ausgleichen lassen. Die Frage ist also, wie verschaffen wir der Augsburgschen Confession zunächst innerhalb der lutherischen Kirche dieses Landes eine möglichst allgemeine Anerkennung? Der Missionary beantwortet die Frage so: durch Conferenzen , in denen die Schriftgemäßheit der Augsburgschen Confession Gegenstand der Erörterung ist, und zu denen deshalb ein jeder, der an demselben ein Interesse nimmt, wenigstens jeder nominelle Lutheraner, freien Zutritt hat. „Lehre und Wehre“ beantwortet die Frage so: durch Conferenzen derer, die die ungeänderte Augsburgsche Confession für den reinen und treuen Aus⸗