# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1856_S178 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 178 Ist das etwa Theologie der amerikanisch-lutherischen Kirche? kenntnisse ausgedrückt: „Ich rechne sie alle in einen Kuchen, das ist, für Sacramentirer und Schwärmer, wie sie auch sind, die nicht glauben wollen, daß des HErrn Brod im Abendmahl sei sein rechter natürlicher Leib, welchen der Gottlose, oder Judas eben so wohl mündlich empfähet, als St. Petrus und alle Heiligen; wer das, sage ich, nicht glauben will, der lasse mich nur zufrieden und hoffe bei mir nur keiner Gemeinschaft, da wird nichts anders aus.“ Wir reden das Luthern nicht nach, weil wir an Luther glaubten, sondern weil wir erkannt haben, daß wir, wenn wir den mündlichen Genuß des Leibes Christi im Abendmahl und das Genießen desselben zum Gericht auch von Seiten der ungläubigen Communicanten nicht annehmen wollten, damit das klare Wort Christi und seines Apostels zur Lüge machen und mit einer eigenfabrizirten Gegenwart nur uns selbst und andere täuschen würden. Vielleicht finden wir Zeit, diese Punkte, die wir bereits zu anderen Zeiten zwar kurz, aber unwiderleglich aus Gottes Wort erörtert haben, noch einmal und weitläuftiger zu behandeln. (Eingesandt von Past. Hoyer.) Ist das etwa Theologie der amerikanisch-lutherischen Kirche? (Schluß.) Derselbe Mangel an allem Verständniß für die Bedeutung des Wortes Gottes zeigt sich auch, wo die „Liste“ und ein anderer Aufsatz im Lutheran Observer von der Beichte und Absolution handeln. Auch hier geht die Darstellung darauf hinaus, die Meinung zu erwecken, als ob unsere Bekenntnisse nicht den Glauben von dem forderten, welcher der Segnungen der Absolution theilhaftig werden will. Daß die Predigt, Lehre, Rede, Tröstung, Ermahnung der christlichen Kirche, so sie anders mit dem geschriebenen Worte Gottes übereinstimmt, wahrhaftig Gottes Wort ist, daß wir Christen den Zuspruch solchen gepredigten Wortes, sei es aus dem Munde eines Freundes oder des Predigers, selber hoch nöthig haben und daher nicht bloß öffentlich in der Kirche, sondern auch privatim begehren und suchen, daß die Absolution die Predigt des Evangeliums ist, wie sie dem Einzelnen, der seine Anfechtung, Noth und Angst über seine Sünden klagt, zugebracht wird, daß die Absolution eine große Glaubensstärkung für den Gläubigen ist, aber demjenigen, welcher sie im Unglauben begehrt, zum Gericht wird; daß unsere Kirche allein die Predigt des Evangeliums und die Verwaltung der heil. Sacramente für göttliches Gebot achtet, dagegen die besondere Form der Beichte und Absolution nur für eine erbauliche Einrichtung der Kirche, beizubehalten, nicht weil sie etwa von Alters her in der Kirche bestünde, sondern weil sie nicht wider die Schrift ist und eine schöne Gelegenheit zu evangelischer Seelsorge darbietet , auch in einer rechten christlichen Gemeinde ganz von selbst entsteht, alle