# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1856_S175 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) „In, mit und unter.“ 175 klarer ausdrücken würdest, daß du Christum von uns, die wir in der Welt sind, örtlich entfernt sein lässest.“*) Es ist dies nun keinesweges etwa nur die individuelle Ansicht Calvins gewesen . Vielmehr hat die deutsch⸗reformirte Kirche diesen Calvinischen Typus der Lehre vom heiligen Abendmahl fast unverändert angenommen und in ihrem Hauptbekenntniß als den ihrigen der Christenheit öffentlich vorgelegt. Der Heidelbergische Catechismus antwortet nehmlich auf seine 76. Frage: „Was heißt, den gekreuzigten Leib Christi essen, und sein vergossen Blut trinken ?“ also: „Es heißt, nicht allein mit gläubigen Herzen das ganze Leiden und Sterben Christi annehmen, und dadurch Vergebung der Sünden und das ewige Leben bekommen, sondern auch daneben (!) durch den heiligen Geist (!), der zugleich in Christo und in uns wohnet, also mit seinem gebenedeiten Leibe je mehr und mehr vereinigt werden, daß wir, obgleich er im Himmel, und wir auf Erden sind, dennoch Fleisch von seinem Fleisch, und Bein von seinen Beinen sind, und von einem Geist (wie die Glieder des Leibes von einer Seele) ewig leben und regieret werden.“ Die 78. Frage: „Wird dann aus Brod und Wein der wesentliche Leib und Blut Christi?“ wird sodann also beantwortet: „Nein; sondern wie das Wasser in der Taufe nicht in das Blut Christi verwandelt, oder die Abwaschung der Sünden selbst wird, deren es allein ein göttliches Wahrzeichen und Versicherung ist: also wird auch das heilige Brod im Abendmahl nicht der Leib Christi selbst, wiewohl es nach Art und Brauch der Sacramente der Leib Christi genennet wird.“ Die 79. Frage endlich: „Warum nennet denn Christus das Brod seinen Leib, und den Kelch sein Blut, oder das Neue Testament in seinem Blut, und St. Paulus, die Gemeinschaft des Leibes und Blutes Jesu Christi?“ hat folgende Antwort: „Christus redet also nicht ohne große Ursache, nehmlich: daß er uns nicht allein damit will lehren, daß, gleichwie Brod und Wein das zeitliche Leben erhalten, also sei auch sein gekreuzigter Leib und sein vergossen Blut die wahre Speise und Trank unserer Seelen zum ewigen Leben: sondern vielmehr, daß er uns durch dies sichtbare Zeichen und Pfand will versichern, daß wir so wahrhaftig seines wahren Leibes und Blutes durch Wirkung des heil. Geistes theilhaftig werden, als wir diese heiligen Wahrzeichen mit dem leiblichen Munde zu seinem Gedächtniß empfangen, und daß all sein Leiden und Gehorsam so gewiß unser eigen sei, als hätten wir selbst in unserer eigenen Person alles gelitten und genug gethan.“ So groß und betrübt die Windungen sind, welche die Verfasser des heidelbergischen Catechismus hier machen, um nicht gerade heraus sagen zu müssen, ob der Leib und das Blut Christi da sei oder nicht und wie denn eigentlich die Worte, auf die alles ankommt: „Das ist mein Leib — das ist mein Blut,“ zu verstehen seien, so ist doch so viel nur zu klar, daß sie, wie *) „Si theses tuas duobus tantum in locis aliquantum flecteres, faceres appositissime , nempe ut clarius exprimeres, te locorum distantia Christum a nobis, qui in mundo sumus, disjungere.“ (Epist. ed. Beza, p. 179.)