# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1856_S174 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 174 „In, mit und unter.“ Lutheranern) nicht gegenwärtig, wenn er nicht zu uns herabsteigt. Gleich als ob wir, wenn er uns zu sich erhebt, nicht ebensowohl seiner Gegenwart theilhaftig wären .. Denn da dies ein himmlisches Geheimniß ist, so ist nicht nöthig, Christum auf die Erde zu holen, damit er mit uns verbunden sei.“*) Hiernach ist es sonnenhell, Calvin nimmt eine Gegenwart des Leibes und Blutes Christi im heil. Abendmahl an, bei welcher dieser Leib und dieses Blut der Substanz nach nicht auf Erden, wo das heil. Abendmahl gehalten wird, sondern allein im Himmel sind und bleiben, also abwesend sind! Eher will er glauben, daß der Mensch in den Himmel hinauf⸗, als daß Christus auf die Erde herabsteigen kann, während wir Lutheraner glauben, daß Christus gar keines Herabsteigens bedarf, um bei uns zu sein (Matth. 18, 20., 28, 20., Apost. 9, 5.) Mag daher Calvin zugleich immerhin sagen: „Wenn diese Ungereimtheiten hinweggethan sind“ (worunter Calvin z. B. rechnet, daß Christi Leib an mehreren Orten zugleich sei), „dann nehme ich gern an, was nur immer dazu dienen kann, eine wahre substantielle Mittheilung des Leibes und Blutes des HErrn, welche unter den heiligen Symbolen des Abendmahls des HErrn dargereicht wird, auszudrücken“**) — dies alles sind nichts, als schöne Worte, damit Calvin sich und Andere nur täuscht. Er schreibt selbst wenige Paragraphen vorher: „Ich sage, daß dieses Essen eine Frucht und Wirkung des Glaubens sei.“***) Weil also Calvin den Glauben immer im Sinne hat, so macht ihn das so freigebig mit dergleichen Worten: „Wahre, wesentliche Gegenwart, wirkliches Essen“ ꝛc., indem nehmlich der Glaube allerdings selbst das Abwesende und Zukünftige ergreift, „nicht anders , als wenn es da wäre.“ Und weil Calvin das eine mal an die Gegenwart der himmlischen Güter der Kraft nach, das andere mal an die Gegenwart in der Wirklichkeit denkt, daher kommt es, daß er einmal zugesteht , daß Christus, zur Rechten Gottes sitzend, durch keine räumlichen Dimensionen eingeschränkt sei, während er dies wieder anderwärts leugnet. So schreibt er z. B. an Bucer: „Wenn du deine Thesen nur an zwei Stellen ein wenig ändertest, würdest du sehr angemessen handeln, wenn du nehmlich exerat, quin se praesentem potentia et virtute exhibeat; quin suis semper adsit, vitam ipsis suam inspirans, in iis vivat, eos sustineat, confirmet, vegetet, conservet incolumes, non secus ac si corpore adesset; quin denique suo ipsius corpore eos pascat, cujus communionem spiritus sui virtute in eos transfundit. Secundum hanc rationem corpus et sanguis Christi in sacramento nobis exhibetur.“ (Institut. L. 4. c. 17. § 18.) *) „Christus praesens illis non videtur, nisi ad nos descendat. Quasi vero, si ad se nos evehat, non aeque potiamur ejus praesentia. Nam quum mysterium hoc coeleste sit, necesse non est, Christum elicere in terras, ut nobis sit conjunctus .“ (L. c. § 31.) **) „His absurditatibus sublatis, quicquid ad exprimendam veram substantialemque corporis ac sanguinis Domini communicationem, quae sub sacris coenae symbolis fidelibus exhibetur, facere potest, libenter recipio.“ (L. c. § 19.) ***) „Eam manducationem fructum effectumque esse fidei dico.“ (L. c. § 5.)