# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1856_S173 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) „In, mit und unter.“ 173 wirklichen Genuß des wahren Leibes und Blutes Christi im Abendmahl redet, so gibt er doch so deutlich, daß es jeder Unbefangene sehen muß, zu erkennen, daß er nur von einer Gegenwart und von einem Essen des Leibes Christi redet, das sich durch den Glauben vollzieht und allein die Kraft und Wirkung des Leibes Christi betrifft. Wenn er dabei dennoch eine andere als bloß geistliche Gegenwart und Genießung, die eben die stete unzertrennliche Frucht des lebendigen Glaubens ist, festzuhalten behauptet, so kann diese nur eine rein chimärische sein. Doch hören wir Calvin selbst. Als u. A. unter den Protestanten in Polen ein Streit über das heil. Abendmahl entstanden war, und die meisten der augsburgischen Confession folgen wollten, schrieb ihnen Calvin im Jahr 1557: „Man muß die Art der Mittheilung erklären; daß nehmlich Christus, der seinem Leibe nach im Himmel bleibt, durch die wunderbare Kraft seines Geistes zu uns herabsteigt und zugleich uns hinauf zu sich erhebt.“*) In demselben Jahre schrieb Calvin an den Regensburger Prediger Schalling: „Ja ich leugne nicht, daß die Gläubigen mit dem Fleische und Blute Christi wahrhaftig und wesentlich im heil. Abendmahl genährt werden, wenn man nur die Art und Weise bestimmt, daß es nehmlich durch die verborgene Kraft des Geistes geschehe, daß das Fleisch und Blut Christi ihre Kraft in uns ausschütten.“**) In seinen Institutionen aber schreibt Calvin: „Obgleich er (Christus) sein Fleisch von uns genommen hat und mit seinem Leibe gen Himmel gefahren ist, so sitzt er doch zur Rechten Gottes, das heißt, er herrscht in der Macht und Majestät und Herrlichkeit des Vaters. Diese Herrschaft ist weder durch irgendwelche örtliche Zwischenräume begrenzt, noch durch irgendwelche Dimensionen umschrieben , daß Christus nicht seine Kraft, wo es ihm immer gefallen möge, im Himmel und auf Erden erweisen sollte, daß er sich nicht nach seiner Macht und Kraft gegenwärtig darstellen sollte, daß er nicht bei den Seinen, ihnen sein Leben einhauchend, sein sollte, sie unterstützen, stärken, beleben, unverletzt erhalten sollte, nicht anders, als wenn er mit dem Leibe da wäre, daß er endlich dieselben nicht mit seinem eigenen Leibe nähren sollte, dessen Gemeinschaft er durch Kraft seines heiligen Geistes in sie ausschüttet. Nach dieser Weise wird uns der Leib und das Blut Christi im Sacrament dargereicht .“***) Weiter unten schreibt Calvin: „Christus scheint jenen (den *) „Explicandus est communicationis modus; quod scilicet Christus, secundum corpus suum in coelo manens, admirabili spiritus sui virtute ad nos descendit et simul nos ad se sursum attollit.“ (Joh. Calvini epist. ed. Beza. Lausannae 1576, p. 403.) **) „Quin fideles carne et sanguine Christi vere et substantialiter in coena alantur, non nego, si tantum definiatur modus, arcana spiritus virtute fieri, ut vim suam caro et sanguis Christi in nos transfundant.“ (C. l. p. 389.) ***) „Tametsi carnem suam a nobis sustulit et corpore in coelum ascendit, ad dexteram tamen Patris sedet h. e. in potentia et majestate et gloria Patris regnat. Hoc regnum nec ullis locorum spatiis limitatum nec ullis dimensionibus circumscriptum , quin Christus virtutem suam, ubicunque placuerit, in coelo et in terra