# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1856_S172 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 172 „In, mit und unter.“ und noch neulich hat der Redacteur der „Reformirten Kirchenzeitung“ von Chambersburg, Pa., nehmlich in der Nummer vom 1. Mai d. J., geschrieben: „Auch die Reformirten glaubten damals und heute noch an die Wirklichkeit und Wahrhaftigkeit der Gegenwart jener himmlischen Güter bei der sacramentlichen Handlung, und wir denken nicht, daß ein einziger Prediger unter uns zu finden wäre, der das nicht ehrlich und von Herzen glaubt — was von der amerikanisch⸗lutherischen Kirche noch lange nicht gesagt werden kann —.“*) So weit entfernt wir nun davon sind, irgend jemanden einen Irrthum, den er selbst verwirft, einstreiten zu wollen, selbst wenn ihm derselbe als ein aus anderen Irrthümern, die er hegt, nothwendig folgender nachgewiesen werden könnte; denn nach unserer Ueberzeugung sollten dann solche Consequenzen nur dazu gebraucht werden, von dem Irrthum, aus welchem etwas von beiden Seiten anerkannt Irriges folgt, zu überzeugen und zurückzuschrecken **): so handelt es sich doch hier nicht um bloße Consequenzen, sondern um pure Selbsttäuschung. So viel auch Calvin von einer wirklichen Gegenwart und von einem nalistischer Weise völlig zur Schau. So schreibt z. B. Zwingli in seiner Schrift „von der wahren und falschen Religion“ fol. 210: „Die Worte (das ist mein Leib) sind so zu nehmen: dieses, was ich nehmlich essen heiße, ist ein Symbol oder bedeutet meinen Leib, der für euch gegeben wird. Wir wollen aber, daß sich niemand an diesen ängstlichen Untersuchungen in Betreff der Worte stoße; denn wir stützen uns nicht auf dieselben, sondern allein auf dieses Wort: Fleisch ist kein nütze.“ (Diese Worte wendet also Zwingli lästerlich auf Christi Fleisch an! während er selbst gesteht, daß er die eigentlichen Sacramentsworte gar nicht achte!) Weiter unten schreibt Zwingli weiter fol. 212: „Es ist also das Abendmahl des HErrn nichts anderes, als eine Erinnerung.“ Ja, schon zuvor fol. 206 hatte Zwingli a. a. O. geschrieben: „Wir glauben, daß auch diejenigen nicht zu hören sein, die, indem sie sehen, daß die genannte (lutherische) Meinung nicht nur bäurisch, sondern auch gottlos und frivol ist, folgende Meinung aufstellen: Wir essen zwar das wahre und leibliche Fleisch Christi, aber geistlich. Denn sie sehen noch nicht, daß dieses, ein Leib sein und geistlich gegessen werden, nicht zugleich bestehen könne, denn Leib und Geist sind so verschieden, daß, welches von beiden man auch nehmen mag, es das andere nicht sein kann... Das leibliche Fleisch geistlich essen, ist nichts anderes, als behaupten, daß Geist sei, was Leib ist.“ — Die angeführten Worte lauten lateinisch in Zwingli's Schrift also: „Verba sic accipienda sunt: hoc, quod scil. edere jubeo, symbolum est aut significat corpus meum, quod pro vobis traditur. Volumus autem, quod in his anxiis verborum excussionibus nemo se offendi patiatur ; non enim eis nitimur, sed hoc uno verbo: caro non prodest quincquam. — Est ergo coena Dominica nihil aliud, quam commemoratio. — Nec eos audiendos putamus , qui dum dictam opinionem non solum rusticam, sed etiam impiam et frivolam esse vident, sic decernunt: edimus quidem veram corporeamque Christi carnem, sed spiritaliter. Nondum enim vident, simul stare non posse, corpus esse et spiritaliter edi; sic enim diversa sunt corpus et spiritus, ut, utrumcunque accipias, non possit alterum esse... Unde corpoream carnem spiritaliter edere, nihil est aliud, quam, quod corpus sit, spiritum esse adserere.“ *) Es ist für die s. g. Amerikanisch-Lutherischen in der That höchst schimpflich, daß selbst die Reformirten sich hier des crassen Unglaubens derselben schämen. L. u. W. **) Denn woraus nothwendig etwas Irriges folgt, das muß nothwendig selbst etwas Irriges sein, da die Wahrheit Eine ist und aus ihr nur Wahres folgen kann.