# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1856_S171 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) „In, mit und unter.“ 171 sind, das können und müssen wir sagen; denn außerdem würden wir die Wirklichkeit des Geheimnisses der hochheiligen Dreieinigkeit Gottes leugnen . Wer kann ferner das Wie? des Geheimnisses der persönlichen Vereinigung der Gottheit und Menschheit in Christo bestimmen? — Daß aber darunter nicht eine Vermischung beider Naturen oder Verwandlung der einen in die andere zu verstehen sei, das können und müssen wir lehren; denn außerdem würden wir die Wirklichkeit der persönlichen Vereinigung leugnen. Eine ähnliche Bewandtniß hat es mit dem Geheimniß der sacramentlichen Gegenwart und Vereinigung. Kein menschlicher Verstand vermag das Wie? dieses wundervollen und gnadenreichen Geheimnisses zu ergründen. Daß aber die gesegneten Elemente nicht bloße Symbole des abwesenden Leibes und Blutes JEsu Christi, sondern daß diese allerheiligsten himmlischen göttlichen Unterpfänder unserer Versöhnung und Begnadigung mit jenen sichtbaren Zeichen wirklich und wahrhaftig gegenwärtig und vereinigt sind und uns mit denselben zugleich gereicht werden, das wissen wir; so gewiß, als wir wissen, daß Christus Wahrheit geredet hat, als er, das Brod reichend, sprach: „Nehmet, esset, das ist mein Leib,“ und, den Kelch reichend, sprach: „Trinket alle daraus; das ist mein Blut.“ Und ferner, daß das Brod und der Wein, den wir im heil. Abendmahle genießen, nicht ein leeres Phantom von Accidenzien , sondern wirklich Brod und Wein, und daß der Leib und das Blut, das uns im heil. Abendmahl gereicht wird, nicht ein durch Verwandlung aus Brod und Wein vom Priester gemachter Leib und von ihm geschaffenes Blut, sondern der wirkliche auf dem Altare des Kreuzes geopferte und das wirkliche auf Golgatha zur Versöhnung der Welt vergossene Blut Christi sei, das wissen wir; so gewiß, als wir wissen, daß der Apostel das Element noch nach der Segnung Brod (1 Cor. 10, 17.) und Christus, was er mit dem Brode reicht, den „für uns gegebenen“ Leib, und was er mit dem Weine reicht, das „für uns vergossene“ Blut nennt. Was thun aber die von der lutherischen Kirche und Lehre auf beiden Seiten Abgehenden? — Die Reformirten auf der einen Seite leugnen die durch das Wort „das ist mein Leib — das ist mein Blut“ bezeichnete und verheißene reale Gegenwart des Leibes und Blutes JEsu Christi, während die Römischen auf der andern Seite das Verbleiben der sichtbaren Elemente leugnen und die Gegenwart eines durch Verwandlung entstandenen, also neu gemachten angeblichen Leibes und Blutes Christi lehren. Das Letztere zu beweisen, dessen können wir hier wohl überhoben sein; das Erstere nachzuweisen, scheint jedoch wieder nöthig geworden zu sein. Je und je hat nehmlich namentlich die deutsch⸗reformirte Kirche sich und andere zu überzeugen gesucht, daß auch sie eine reale, wirkliche Gegenwart des wahren Leibes und Blutes JEsu Christi im heiligen Abendmahle und ein wirkliches Essen dieser himmlischen Güter in diesem Sacramente glaube und lehre;*) *) Ganz anders ist es allerdings mit der schweizerisch⸗reformirten Kirche beschafsen . Diese trägt die nackte Verleugnung jedes Abendmahlsgeheimnisses in durchaus ratio-