# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1856_S168 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 168 „In, mit und unter.“ Wesens sich selbst diese Schranke bestellt und andererseits dadurch nur ein um so weiteres Gebiet erhält. Denn nur an den Lehrinhalt der Bekenntnisse soll sie sich binden, die Form ist ihr zu weiterer Vervollkommnung anheim gegeben, und dazu eröffnen sich vor ihren Blicken immer neue Anschauungen christlicher Wahrheit, je größer die Ausdehnung der Dogmen wird. Die Freiheit der Theologie wird nicht vernichtet, vielmehr aufgerichtet, wenn die Theologen in Uebereinstimmung mit dem Lehrinhalt des kirchlichen Bekenntnisses ihre wissenschaftliche Arbeit vollführen und also der Verpflichtung nachkommen, welche die Kirche mit so vollem Rechte von ihnen fordert. „In, mit und unter.“ (Schluß.) Wenn sich ein Christ oder eine Gemeinschaft von Christen, eine Kirche, öffentlich und mit unumwundenen Worten von einem Irrthum lossagt, ja denselben feierlich und ohne Rückhalt verdammt, so ist es gewiß nicht der Liebe und Billigkeit gemäß, wenn man einem solchen Christen oder einer solchen Gemeinschaft von Christen demunerachtet diesen Irrthum aufbürden will, weil dieselben etwa Worte gebrauchen, in die man diesen Irrthum hineinlegen kann. Dergleichen Lieblosigkeit und Unbilligkeit ist in Gottes Wort ernstlich verpönt. Der heil. Apostel schreibt ausdrücklich an seinen Timotheus: „Solches erinnere sie, und bezeuge vor dem HErrn, daß sie nicht um Worte zanken (μὴ λογομαχεῖν), welches nichts nütze ist, denn zu verkehren die da zuhören .“ 2 Tim. 2, 14. Da nun die ganze lutherische Kirche sowohl in ihren öffentlichen Bekenntnissen , als in den Privatschriften ihrer von ihr anerkannten rechtgläubigen Lehrer sich von der Lehre, daß im heil. Abendmahle eine Consubstantiation oder Impanation statt finde, losgesagt und dieselbe verdammt hat, so fordert es schon die Liebe und Billigkeit von ihren Gegnern, daß dieselben aufhören, ihr jene Irrthümer wieder und immer wieder imputiren zu wollen. Dies wäre selbst dann der Fall, wenn die Worte: „in, mit und unter,“ deren sich die lutherische Kirche zur Analysirung der Worte des HErrn: „das ist mein Leib, das ist mein Blut,“ bedient, ohne eine Erläuterung verdächtig wären. Letzteres findet jedoch keinesweges statt. Wenn der HErr, den Jüngern das von ihm gesegnete Brod reichend, sprach: „Nehmet, esset, das ist mein Leib,“ und denselben den gesegneten Kelch reichend, sprach: „Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Neuen Testamentes, welches vergossen wird für Viele zur Vergebung der Sünden“ (Matth. 26, 26—28.), so hat der HErr entweder — was kein Christ sagen wird — eine Unwahrheit ausgesprochen , oder er hat, da das, was er sichtbar reichte, nicht von Natur sein Leib und sein Blut war, es darum seinen Leib und sein Blut genannt, weil