# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1856_S166 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 166 Die Verpflichtung auf die kirchlichen Bekenntnisse ꝛc. Dies, daß der Glaube sich auf das feste Wort Gottes und auf dies ganz allein gründet, giebt ihm Festigkeit und Gewißheit, giebt ihm den Sieg über die Welt, gerade dies, daß unsere Kirche solchen Glauben bekennt, versichert uns, daß in ihr gewißlich die Eine heil. christliche Kirche vorhanden ist, ja und wir preisen selig Alle, die mit ihr einstimmen, eben weil sie damit einen Glauben bekennen, welcher durch Wort und Sacrament sicherlich zum Schatz und Theil hat den Herrn Christum selbst in der Fülle seiner Holdseligkeit. Es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde, und dies geschieht dadurch, daß wir den im Worte angebotenen Christum durch den Glauben an dies Wort ergreifen . Darum können wir nicht anders, als unsere lieben angefochtenen Brüder herzlich bitten, doch ja nicht allerlei theologische Meinungen, welche durch die Schrift nicht verbürgt sind, mehr gelten zu lassen, als die Glaubenssätze unseres Bekenntnisses, deren Schriftmäßigkeit sich fort und fort bewährt. Von der Richtigkeit solcher Meinungen mag man heute vollkommen überzeugt sein, und doch schon vielleicht übers Jahr sich wundern, jemals so etwas für wahr gehalten zu haben. Vorwürfe, wie der bekannte, daß es Hochmuth sei, die Lehren des eigenen Glaubens und Bekenntnisses Wahrheit zu nennen und die davon abweichenden Lehren als unwahr zu bezeichnen, oder daß man durch Rückkehr zu Bekenntniß und Kirche eine eben sich anbahnende Union der Sonderkirchen und den Frieden des kirchlichen Lebens neuester Zeit störe, Einreden überhaupt, welche der oberflächlichen Betrachtung theologischer und kirchlicher Verhältnisse und nicht dem Glauben an das Wort Gottes entspringen, können wohl für den Augenblick uns schüchtern und jeder kirchlich⸗festen Stellung abgeneigt machen, sollten aber ihre nur scheinbare Bedeutung verlieren vor der Einsicht, daß der Fortschritt zur Einstimmigkeit mit dem Bekenntniß unserer Kirche auch Fortschritt zu dem Glaubensgehorsam ist, der uns vor aller Union, vor allem äußeren Frieden Noth thut. Sollte auch Mancher durch den erneueten Gedanken an die Verpflichtung zuerst angeregt werden, Einstimmigkeit mit der Kirche zu suchen, so lasse man sich doch nicht durch den Vorwurf anfechten, als müsse die so angeregte Zustimmung zum kirchlichen Bekenntniß eine Unwahrheit oder doch eine Täuschung sein. Daß sie so etwas sein kann, leugnen wir nicht, aber Niemand behaupte, daß sie es sein müsse, denn Gott gebraucht die verschiedensten Mittel und Wege, uns zum Gehorsam Seines Wortes zu reizen, und wahrlich eben jener Gedanke ist ernst und wichtig genug, um Gottes Werkzeug zu sein. Achten wir nur sorgfältig auf Gottes Führungen und Fingerzeige in den Bewegungen unserer Zeit und auf die eindringliche Predigt der Geschichte! Die Erweckung des Anfangs vorigen Jahrhundertes wandte sich vom kirchlichen Bekenntniß ab und — verlief im Rationalismus: hindern wir doch nicht die Erweckung unserer Zeit, zu erlangen , was sie offenbar erstrebt, feste kirchliche Gestaltung auf dem Grunde des festen Gotteswortes, welches in der Bibel geschrieben und in Uebereinstimmung mit der Bibel von unserer Kirche voll und lauter bekannt worden ist. Der Verlauf vorstehender Darstellung mag kurz zusammengefaßt werden in den folgenden Sätzen: