# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1856_S159 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vermischte kirchliche Nachrichten. 159 Inventariums durch Gebrauch und Zeit kann $1000 gerechnet werden. Die Kosten des jährlichen Unterhalts der Kirche betragen daher $22,505, was so viel ist als $432,78 für einen Sonntag. Diese Summe könnte 22 Landkirchen oder 8 Stadtkirchen bequem in Stand halten. Revision der englischen Bibel. Die neue Baptisten⸗Uebersetzung der Bibel beschäftigt zwischen dreißig und vierzig Gelehrte, die über dies Land und England verschieden vertheilt sind. Hinsichtlich der religiösen Ueberzeugung dieser Gelehrten, die mit der Revision beschäftigt sind, so ist ein großer Theil derselben Baptisten, während jedoch die Liste der Namen auch von sechs verschiedenen Denominationen je ein oder mehrere Glieder aufweist; und obgleich dieses Unternehmen baptistischen Ursprungs ist, so wird es doch von vielleicht mehr als der Hälfte dieser Secte verschmähet. Die gewöhnliche englische Uebersetzung bildet die Grundlage dieser Revision, und jedes griechische Wort oder Phrase, deren Phraseologie in der Uebersetzung der gewöhnlichen Versionen Veränderung erlitten hat, soll an jeder Stelle, da sie vorkommt im Neuen Testament, sorgfältig erklärt werden, und der Revisor soll seine Ansicht hinsichtlich der geeigneten Uebersetzung jeder Stelle erklären. Die Episkopalen. Aus dem „Luth. Observer“ erfahren wir, daß gegenwärtig eine ziemlich ernste Controverse in der Episkopalkirche darüber geführt wird, wie die Worte des apostolischen Symbols: „Eine heilige katholische Kirche — die Gemeinschaft der Heiligen“ zu interpungiren seien. Die Mehrzahl will ganz richtig, daß nach dem ersten Passus ein Komma gesetzt und die Worte: „die Gemeinschaft der Heiligen“ als Erklärung des Begriffe Kirche genommen, eine Minorität aber will, daß nach dem ersten Passus ein Colon gesetzt und das Folgende als ein besonderer Artikel des Glaubens genommen werde, nach welchem man die Gemeinschaft aller Christen mit den lebendigen und bereits verstordenen Heiligen bekenne. Wir Lutheraner können uns freuen, daß eine solche Disputation unter uns nicht statt haben kann, da in dem großen Catechismus Luthers bereits die erste Interpunction und die daraus sich ergebende Lehre angenommen und somit die papenzende Auslegung des Symbols abgewiesen ist. Das Barttragen der Prediger. Vor Kurzem theilte der „Apologete“ mit, daß es eine Methodisten⸗Gemeinde an ihrem Prediger sehr anstößig gefunden habe, daß sich derselbe den Bart unter dem Kinn stehen ließ. Das Blatt macht dazu die richtige Bemerkung : „Wo der rechte Missionsgeist ist, da hat man etwas Wichtigeres zu thun, als über Kleinigkeiten unversöhnlich zu sein, und sich über gleichgültige Dinge zu beißen und zu fressen.“ Die Traktatgesellschaft hat je und je den Grundsatz zu befolgen erklärt: „nur solche Traktate und Bücher zu drucken, die die Billigung aller evangelischen Christen erhalten haben.“ Mit Befolgung dieses Grundsatzes ist denn auch die Gesellschaft in Betreff der Lehre bisher durchgekommen. Neuerdings ist sie jedoch mit diesem Grundsatz in Conflikt gekommen, und zwar — wegen der Sclavenfrage. Die „evangelischen Christen“ im Süden wollen nehmlich natürlich das Institut der Sclaverei mit keinem Worte angegriffen sehen, während „evangelische Christen“ des Nordens ein Schweigen über diesen nach ihrer Ansicht faulen Fleck sich zum Gewissen machen. Sachsen. Oberhofprediger in Dresden (an Dr. v. Harleß Stelle!) ist Professor Dr. Th. A. Liebner in Leipzig geworden. Am 26. Nov. v. J. hat derselbe seine neuen Aemter an der Hofkirche, im Geheimen Kirchenrath und im Consistorium angetreten. An des (emeritirten) Kirchenrath Dr. Meißner's Stelle ist Dr. Otto Rob. Gilbert von Bautzen eingetreten. Nachfolger des Superintendenten Dr. Heumann ist Dr. Kohlschütter aus Glauchau geworden. Druckfehler in vorigem Heft. Seite 119 Zeile 14 von oben schreibe anstatt 1550 — 1560.