# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1856_S157 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vermischte kirchliche Nachrichten. 157 erfüllen der eigentliche Zweck JEsu Christi ist. Er sagt, daß er gekommen sei, das Gesetz und die Propheten nicht aufzulösen, sondern zu erfüllen, und in der Offenbarung wird es mit dem Eid eines starken Engels zugesichert, daß in den Tagen der letzten Posaune vollendet werden soll das Geheimniß Gottes, das er seinen Knechten, den Propheten, verkündigt hat. Dieses Geheimniß besteht darin, daß der Tempel wieder gebaut, das Zeugniß von JEsu und seinem Willen mit größtem Nachdruck geübt, ein Volk, das JEsum Christum zum König hat, hergestellt und endlich durch die majestätische Offenbarung dieses Königs die feindseligen Gewalten vernichtet und das Friedensreich hergestellt wird, von dem alle Propheten geredet haben. Daraus schöpfen wir die Gewißheit, daß an der Stelle, wo der Tempel stehen soll, und von wo das Friedensreich ausgehen soll (Jes. 2.), ein Anfang zur Sammlung und Gründung des Volkes Gottes gemacht werden muß, und halten es für nothwendig, sich zu diesem Werke zu bereiten, das freilich nur durch den HErrn selbst, nämlich durch die mächtige Wirkung seines Geistes in uns Menschen, vorwärts gehen und gelingen kann. Der Inhalt Ihres Schreibens zeigt uns, daß Sie mit uns dieselbe Hoffnung und denselben Willen haben, und wir glauben Ihre Worte, daß das Heil von den Juden kommt, aber von den Christen zu den Juden gebracht werden muß, so verstehen zu müssen, daß durch die Herstellung einer Gemeinde von Christen, die im Sinne JEsu nach dem Königreich trachtet, die Juden erleuchtet werden können, so daß sie an dieses Werk sich anschließen und dadurch JEsum als den Sohn Davids und Messias erkennen und also das 11. Capitel des Römerbriefes in Erfüllung gehe. Deshalb haben wir uns nicht durch die gelehrte Einwendung aufhalten lassen, der Anfang müsse von den Juden ausgehen, sondern wir wollen in unserm Theil thun, was wir können, daß Gottes Liebesabsicht über Juden und Heiden ihrer Ersüllung genähert werde. Das Wann ist hiermit schon beantwortet, wenn es sich von der Arbeit für den Zweck der Sammlung des Volkes Gottes handelt; diese muß jetzt geschehen, weil die Bedürfnisse, denen abgeholsen werden muß, vorhanden sind. Von dem Eifer, von der Kraft des Geistes, womit diese Arbeit gethan wird, hängt der Fortgang derselben, also auch das Wann des Aufbruchs nach dem heiligen Lande ab. Deshalb können wir über den Zeitpunkt dieses Aufbruchs noch keine Bestimmung geben, obgleich unsere Vermuthungen dahin gehen, daß derselbe nicht mehr weit entfernt sein könne, daß unsere Arbeit insoweit Erfolg haben werde, um den Aufbruch in einiger Zeit möglich zu machen. Vorausgehen sollte nach unserer Ansicht die Absendung einiger Männer, als Commission, um an Ort und Stelle die Localverhältnisse genau auszumitteln und vorbereitende Schritte bei Behörden zu thun. Denn Sie ersehen aus dem „„Entwurf der Verfassung,““ daß wir noch keine Regierungsconcession für die Ansiedelung haben. Sowohl zur Absendung dieser Commission, als zur Erlangung der Genehmigung von Seiten der Macht, die das Land in Besitz hat, noch mehr zum Zug, zur Erwerbung des nöthigen Eigenthums und zur Einrichtung fehlen uns bis jetzt die Mittel, um die Kosten zu bestreiten und um einflußreichen Personen die Sache als eine ausführbare, für die es der Mühe werth sei, etwas zu thun, erscheinen zu lassen. So sind wir zunächst auf die Arbeit des Zeugnisses gewiesen, nämlich den Menschen die Nothwendigkeit dieses Rettungsweges so kräftig ans Herz zu legen, daß sie sich gedrungen fühlen, dieses Werk des HErrn mit ihrem Geld oder ihrer Macht zu unterstützen. Die Mittel unseres Zeugnisses waren bis jetzt, außer dem persönlichen Verkehr, unsere Bitte an den deutschen Bund, die Veröffentlichung des Verfassungsentwurfs und die Artikel der süddeutschen Warte, welche etwa 1000 Subscribenten zählt. Wir gedenken zunächst einen Aufruf an Christen und Juden (!) zur Unterstützung der Sammlung des Volkes Gottes ergehen zu lassen. Bis jetzt haben wir außer Deutschland noch keine Mitarbeiter gesunden, die in ihren Ländern die Aufmerksamkeit auf dieses Unternehmen gelenkt hätten. Wir glauben, daß das Wichtigste, was Sie in diesem Augenblicke für diese unsere gemeinsame Sache thun könnten, darin besteht, daß Sie sie in Amerika bekannt machen. Wenn eine deutsche oder ins Englische übersetzte Ausgabe unseres Verfassungsentwurfs hiezu Ihnen geeignet scheint, so ermächtigen wir Sie, eine solche dort vorzunehmen. Der Verfassungsentwurf enthält alle nöthigen Notizen, um den Charakter unseres Werks darnach zu prüsen und darzulegen. — Wären nicht schon oft ähnliche