# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1856_S153 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Aus der früheren Geschichte der amerikanisch⸗lutherischen Kirche ꝛc. 153 3. Ein deutsch⸗lutherischer Prediger außerhalb unserer Synode im Osten, der in einem Schreiben an uns unsere Zeitschriften für sich bestellt, schreibt in demselben u. A. Folgendes: „Es sind Gerüchte im Umlauf, daß ein allgemeiner Kirchentag solcher Prediger, die die ungeänderte augsburgische Confession zu ihrem Bekenntniß haben, solle zusammenberufen werden. Ich glaube im Namen der Mehrheit lutherischer Prediger dieser Stadt sagen zu dürfen, daß es ein allgemeiner Wunsch ist, daß ein solcher Tag zu Stande komme. Möge es recht bald geschehen! Möge bald die Zeit kommen, wenn die theure lutherische Kirche befreit sein wird von den Streitigkeiten“ (dieser Wunsch des theuren Bruders geht offenbar zu weit, denn wäre die lutherische Kirche nicht mehr eine streitende wider das Unbiblische außer und in ihr, so wäre sie auch nicht mehr eine rechte), „dem Unglauben, den neuen Maßregeln der neuesten Zeit! Diesen Wunsch habe ich nicht allein. Ich kenne viele, die da seufzen nach dem Tage, an welchem die ungeänderte augsburgische Confession anerkannt wird als das Symbol der (ganzen amerikanischen) lutherischen Kirche... Ich seufze mit Tausenden nach dem Tage, an welchem so Einigkeit in der zerrissenen Kirche hergestellt sein wird.“ Aus der früheren Geschichte der amerikanisch⸗lutherischen Kirche und ihrer Litteratur. Im Jahre 1708 gab der evangelisch⸗lutherische Prediger zu New⸗York und Albany, Justus Falckner, gebürtig von Zwickau im Königreich Sachsen, eine Schrift in holländischer Sprache unter folgendem Titel heraus: Grondlyke Onderricht van sekere voorname Hoofdstuecken der waren, loutern, saligmakenden, Christelyken Leere, gegrondet op den Grondt van de Apostelen en Propheten, daer Jesus Christus de Hoeksteen is. Angewesen in eenvoudige, dog stigtlyke Vragen en Antwoorden. Gedrukt te Nieuw-York by W. Bradfordt, 1708. in 8. In den sogenannten Unschuldigen Nachrichten von E. V. Löscher ist Jahrg. 1726. S. 411—416. eine ausführliche Angabe des Inhalts der Schrift enthalten, woraus man sieht, daß sie, wie Löscher selbst sagt, ein „Compendium doctrinae Anti-Calvinianum“ ist, geschrieben in Folge schwerer Kämpfe, welche Falckner mit den Calvinisten zu kämpfen hatte. Falckner war, wie wir aus den Unschuldigen Nachrichten 1731. S. 89. ersehen, von einem schwedischen Prediger, Namens Rudman, ordinirt worden, den der Erzbischof von Schweden zum Suffragan⸗ oder Vicebischof für Amerika ernannt hatte. Falckner's Nachfolger im Amte war Wilhelm Christoph Berckenmeyer, gebürtig von Bodenteich im Lüneburgischen. Ein Deputirter der New⸗Yorker lutherischen Gemeinde kam nehmlich nach des Erst⸗