# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1856_S150 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 150 Eine allgemeine Conferenz der lutherischen Prediger in Amerika. „Wir unterlassen es, um den Brüdern nicht vorzugreifen, uns weiter über den gemachten Vorschlag auszusprechen. Dem unsichtbaren Herrn und Oberhaupte der Kirche die Sache befehlend, warten wir nun darauf, sei es in Privatbriefen, sei es vermittelst unserer kirchlichen Zeitschriften über die Gegenstände , Form, Zeit, Ort u. s. w. solcher gemeinsamen Berathungen die Meinung derjenigen zu vernehmen, die die Sache ihrer Ueberlegung und Besprechung werth achten. Wir bemerken nur noch nachträglich, daß die Zusammenkünfste und Berathungen bei aller Oeffentlichkeit natürlich nur privaten Charakters sein, und alle Gegenwärtigen, ohne dabei eine Vertretung ihrer resp. Synoden zu beabsichtigen, nur für ihre Person Theil nehmen sollten.“ Da Herr Professor Walther, dem gewiß mancher luth. Prediger für obigen Vorschlag herzlich dankt, die Meinungen der Brüder über diesen Gegenstand erfahren möchte, so erlaube ich mir, hier in aller Bescheidenheit einige Gedanken auszusprechen und sollten sie bei den Brüdern auch nur anregend wirken. Was die Gegenstände der Berathungen anbetrifft, so dürfen diese natürlich nicht in das Gebiet der verschiedenen Synoden eingreifen, sondern sich mehr im Allgemeinen bewegen und die Beschlüsse können daher für keine Synode bindend, sondern für die ganze luth. Kirche dieses Landes nur rathgebend sein. Zu den Gegenständen, welche von allgemeiner Bedeutung sind, können gewiß folgende die erste Stelle einnehmen: In welchen Stücken müssen alle Lutheraner unbedingt einig sein? in wie weit besteht diese Einigkeit unter uns? — Den Versammelten — welche Synode dieses Landes sind nach dem Maßstabe der augsburgischen Confession für rechtgläubig zu halten? in welchen Stücken darf eine Differenz stattsinden und wie haben sich die verschiedenen Synoden bei ihren noch vorhandenen unwesentlichen Differenzen gegen einander zu verhalten? wäre es nützlich oder schädlich, in gegenwärtiger Zeit die unwesentlichen Differenzen auszugleichen und auf welche Weise wäre eine endliche Ausgleichung am besten zu erzielen? welches sollten wohl die allgemein gültigen Regeln für die Bildung neuer Gemeinden, für die Aufnahme von Gliedern in die Gemeinde, von Predigern und Gemeinden in die Synode , für Kirchenzucht u. s. w. sein? wie sollten Gemeinden eines Ortes, die zu verschiedenen Synoden gehören, sich gegen einander verhalten? wie weit darf unsere christliche Toleranz gegen andere Confessionen sich erstrecken? was für eine Stellung haben wir in dieser wogenden Zeit gewissen politischen Zeitfragen gegenüber zu behaupten? wie wären so manche Uebelstände, als das Miethen der Prediger, das Wegjagen und Weglaufen derselben von den Gemeinden, das Bedienen so vieler Gemeinden von Einem Prediger u. dgl. abzustellen? wie sollten und könnten wir gemeinsam wirken in dem Werke der Erziehung, der einheimi⸗