# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1856_S149 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Eine allgemeine Conferenz der lutherischen Prediger in Amerika. 149 und selbst des deutschen Kirchentags mit inniger Theilnahme gelesen , und dabei den Wunsch gehegt: O, daß wir doch auch in diesem Lande, wo es noch um so nöthiger wäre, ähnliche Conferenzen hätten, an welchen die Glieder aller rechtgläubigen Synoden dieses Landes Theil nehmen könnten , um als Brüder ihre Erfahrungen, Ansichten und Ueberzeugungen gegenseitig auszutauschen, die noch vorhandenen Differenzen auszugleichen, die Einigkeit des Glaubens in allen wesentlichen Stücken immermehr zu erzielen und zu bekennen und also auf diesem Wege die endliche Einheit der so jämmerlich zerrissenen luth. Kirche dieses Landes wenigstens anzubahnen . Ich für meinen Theil habe solchen Wunsch oft gehegt, und ohne Zweifel auch viele lutherische Prediger verschiedener Synoden. Und siehe! diesem Wunsche kömmt nun Herr Professor Walther in St. Louis in seiner „Lehre und Wehre“ vom Januar 1856 mit einem Vorschlage entgegen. Es heißt daselbst wie folgt: „Sollte nicht zur Erstrebung der endlichen Darstellung einer einigen evangelisch⸗lutherischen Kirche von Nord⸗Amerika die jeweilige Zusammenkunft von solchen Gliedern der verschiedenen lutherisch sich nennenden Synoden, welche die ungeänderte augsburgische Confession von 1530 für den reinen und treuen Ausdruck der Lehre der h. Schrift und ihres eigenen Glaubens ohne Vorbehalt erkennen, ersprießlich und förderlich sein? Wir unsererseits wären von Herzen bereit, an einer solchen Conferenz rechtgläubiger Lutheraner, wann und wo dieselbe auch nach dem Wunsche der Mehrzahl der Theilnehmer, stattfinden sollte, Theil zu nehmen und wir können im Voraus die gleiche Willigkeit hierzu von mehreren hiesigen Theologen und Laien versichern, denen das Gedeihen unserer theuren evangelisch ⸗lutherischen Kirche in dieser unserer neuen Heimath nicht weniger die tiefste Sehnsucht ihres Herzens ist und denen wir bereits den hier ausgesprochenen Gedanken mitgetheilt haben. Da es Thatsache ist, daß auch unter denjenigen Lutheranern, welche von Herzen dem Grundbekenntnisse unserer Kirche anhangen, noch manche Verschiedenheit der Ueberzeugung vorhanden ist, deren Erörterung in unsern Zeitschriften leicht mehr dazu beitragen kann, die von allen ersehnte Einigkeit unserer Kirche aufzuhalten, als zu fördern, so kann ein persönlicher mündlicher Verkehr und Austausch nicht anders als heilsam sein und würde derselbe gewiß vor allem den unvergleichlichen Segen bringen, daß der freilich noch fort und fort auch innerhalb unserer Kirche nöthige Kampf das Gepräge eines gegenseitigen Wetteifers von Brüdern für die treue Bewahrung des köstlichen Kleinodes der Lehrreinheit und Einheit bekäme und behielte.“