# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1856_S147 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die Wirkung des heiligen Abendmahls betreffende Fragen ꝛc. 147 wie Adam durch seine Einwohnung in uns die verderbte Natur fortgepflanzt hat, die die Mutter vieler Greuel und Schäden ist und sowohl zeitliche als ewige Strafen verwirkt hat, so pflanzt Christus durch seine Einwohnung in uns die wiederhergestellte Natur fort, die vieler Tugenden fähig und sowohl zeitlicher als ewiger Belohnungen theilhaftig ist. — II. Frage. Ob außer der geistlichen noch eine gewisse sacramentliche Vereinigung zwischen Christo und den Communicanten, sowohl würdigen als unwürdigen, zu statuiren sei. Dies wird verneint, 1. weil auf diese Weise der Ausdruck „Vereinigung“ offenbar gemißbraucht wird. Denn sacramentliche Vereinigung nennt man diejenige, welche stattfindet zwischen dem irdischen Zeichen und dem himmlischen Gut, von der gewisse auf das Sacrament bezügliche Redeweisen herrühren, die den von der persönlichen Vereinigung gebrauchten entnommen sind. Nun aber käme eine neue sacramentliche Vereinigung hinzu, von welcher jedoch die Schrift nichts weiß, noch irgend einen Grund dafür an die Hand gibt. Zwar erwähnt Paulus 1 Cor. 10, 16. und 17. einer zwiefachen Vereinigung, die im Sacrament stattfindet: a. der sacramentlichen, welche sich auf die mit dem himmlischen Gut verbundenen irdischen Zeichen bezieht; b. der geistlichen, die sich auf Christi geistlichen Leib und dessen Glieder bezieht. Wie aber die Heuchler nicht Glieder jenes geistlichen Leibes Christi sind, man rede denn uneigentlich: so darf man auch nicht glauben, daß sich auf dieselben eine eigentlich so genannte, aus dem Abendmahl entstehen sollende Vereinigung beziehe, oder zwischen ihnen und Christo stattfinde, werde sie nun eine sacramentliche genannt, oder sonst wie. — 2. Jene sacramentliche Vereinigung geschieht je zufolge ihres Ursprungs nur durch das Essen des Leibes und Trinken des Blutes: aber ein anderes ist es, daß die Gottlosen den Leib Christi essen und das Blut Christi trinken, und ein anderes, daß sie mit Christo durch Wirkung des Sacraments geistlich vereinigt werden. Jenes muß zugegeben werden um der wahrhaft sacramentlichen Vereinigung willen, welche stattfindet zwischen dem irdischen Zeichen und dem himmlischen Gut und abhängt von der Autorität des Stifters, nicht von der Beschaffenheit des Mitessenden. Dieses dagegen muß verworfen werden, weil die von dem Mitessenden und -trinkenden erforderte Beschaffenheit fehlt, nämlich der Glaube. Wer demnach den Glauben nicht hat, den geht auch die heilsame Wirkung des Sacraments, die Vereinigung mit Christo in keiner Weise an; und gäbe man dies nicht zu, so folgte, daß dem Abendmahl eine gewisse heilsame Wirkung ex opere operato ohne eine gute Bewegung des Genießenden zuzuschreiben sei. 3. Auch ist dawider die angestellte Vergleichung mit der Taufe der Erwachsenen : denn was für eine geistliche Wirkung hat doch diese, die den Gläubigen und Heuchlern gemein wäre? Durchaus keine, die nämlich das