# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1856_S146 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 146 Die Wirkung des heiligen Abendmahls betreffende Fragen ꝛc. von seinem Gebeine sein, indem sie dieselbe menschliche Natur haben, die Christus hat; sondern vermöge einer stattfindenden Analogie, indem wir durch ein so inniges Band mit ihm verbunden sind, wie Gatten verbunden zu sein pflegen, welche wegen des ehelichen Bandes nicht zwei, sondern ein Fleisch und ein Leib sind, 1 Mos. 2, 24., Matth. 19, 6., 1 Cor. 6, 16. — d. Christus gibt sein Fleisch im heil. Abendmahl, daß es uns fromme, und sein Abendmahl zum Gedächtniß seines Todes gefeiert werde. Also muß Christus leiblich in uns wohnen. — Antwort. Christi Fleisch wird uns nicht im heil. Abendmahl gegeben, daß es uns zur wesentlichen Verwandlung unseres Fleisches in das Fleisch Christi diene, oder daß wir das Abendmahl zum Gedächtniß des Leibes und Blutes Christi in der Absicht feiern, um damit gleichsam zu bezeugen, daß jetzt sein Leib und Blut in unsern Leib und unser Blut verwandelt und daher unser Leib und Blut werde; sondern Christi Fleisch wird im heil. Abendmahl vermittelst des Brodes unserem Munde dargereicht, damit es von da der Seele zugeführt, mit festem Glauben ergriffen und so unser ganzer Mensch vergewissert werde der Lebendigmachung, daß er nämlich, wie er jetzt durch dieses Mittel der Gemeinschaft aus dem geistlichen Tod zum Leben der Gnade wieder erneuert worden ist, ebenso am jüngsten Tage durch Wohlthat desselben Mittels aus dem leiblichen Tod erweckt und zum Leben der Herrlichkeit erneuert werden solle, Röm. 8, 11. Sodann wird auch das Gedächtniß des Leibes und Blutes Christi beim Gebrauch des Abendmahls von uns nicht zu dem Zweck angestellt, als ob sein Leib und Blut in unsern Leib und Blut verwandelt würde, sondern weil wir da im Abendmahl vermittelst der äußeren Zeichen des Leibes und Blutes selbst theilhaftig geworden sind, als der Waffen und Werkzeuge, mit welchen der Heiland unsere Feinde, Sünde, Welt und Teufel, zu Boden gestreckt und überwunden hat, und die uns wider alle Angriffe unserer Feinde das wirksamste Schutzmittel darbieten. e. Wie Adam in uns wohnt, so auch Christus; Adam aber wohnt in uns wesentlich, denn wir haben von ihm ein Wesen, welches mit dem Wesen Adams der Art nach ein und dasselbe ist. Also: gleicherweise auch Christus. Antwort. 1. Der Obersatz ist nicht in der Schrift enthalten, denn es steht nicht in der Schrift, daß Christi Einwohnung in uns eben dieselbe sein werde, wie die Adams; 2. ist er wider die Schrift, denn „nicht hält es sich mit der Gabe, wie mit der Sünde,“ Röm. 5, 15.; — 3. ist er absurd, denn die Einwohnung Adams in uns ist eine allgemeine, sowohl auf die Gläubigen, als auf die Ungläubigen sich erstreckende, „sintemal sie alle von einem kommen,“ Ebr. 2, 11., die Einwohnung Christi aber ist eine particulare, denn sie geschieht durch den Glauben, Eph. 3, 17., welcher nicht jedermanns Ding ist, 2 Thess. 2, 3. — 4. Man kann ihn zugeben, nicht in Bezug auf das Wesen: wie Adam durch seine Einwohnung uns sein Wesen mittheilt, so auch Christus , der denen, die ihn durch den Glauben aufnehmen, Gewalt gegeben hat, Gottes Kinder zu werden, Joh. 1, 12., sondern vergleichungsweise,