# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1856_S144 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 144 Die Wirkung des heiligen Abendmahls betreffende Fragen ꝛc. Ist die Theologie der „Liste“ im Luth. Observer und jenes anderen darin enthaltenen Aufsatzes über die Wiedergeburt durch die heil. Taufe Theologie der amerikanisch⸗lutherischen Kirche? — O nein, es ist nichts lutherisches daran; sie ruht auf dem schwärmerischen Grundsatze, auf welchem auch die römisch-katholische Theologie erbaut ist. (Schluß folgt.) Die Wirkung des heiligen Abendmahls betreffende Fragen sammt Antworten. (Uebersetzt aus Dr. Georg Königs, Professors zu Altorf, gestorben 1654, Casus conscientiae , einer nach dem Inhalt des lutherischen Catechismus eingetheilten Casuistik.) I. Frage. Ob man mit gutem Grund behaupten könne, daß vermittelst des Abendmahls eine wesentliche Vereinigung Christi mit uns bewirkt werde. Antwort. Dies wird verneint, 1. weil es keinen Grund in der Schrift hat. Denn wo hat Christus gesagt: nehmet, esset und trinket, daß mein Leib und Blut in eine mit euch gemeinsame Substanz verwandelt werde? 2. Nirgends ist uns in der Schrift verheißen, daß Christus, sei es in oder außer dem Abendmahl, sich wesentlich mit uns vereinigen solle. Allein mit dem Vater ist er wesentlich vereinigt nach seiner Gottheit, weil Vater und Sohn eins sind, Joh. 10, 30. Allein mit der menschlichen Natur ist er persönlich vereinigt, weil das Wort Fleisch geworden ist, Joh. 1, 14., nicht durch Verwandlung, sondern durch Annahme, Hebr. 2, 16. Allein mit den Frommen vereinigt er sich geheimnißvoll durchs Wort, durch den Glauben und Geist, desgleichen auch durch den würdigen Gebrauch der Sacramente , Joh. 14, 23., Eph. 2, 22. und 3, 17., Gal. 3, 27.: also auf eine ihm allein bekannte, uns aber unerforschliche Weise, die deshalb auch Eph. 5, 32. ein Geheimniß genannt wird. 3. Wenn die Communicanten durch den bloßen Gebrauch des Abendmahls mit Christo wesentlich vereinigt werden, so werden auch die Gottlosen dieser Vereinigung theilhaftig gemacht werden. Ursache: weil auch diese des HErrn Abendmahl, und zwar das ganze, genießen. Denn wenn es sich um die Vollständigkeit und Heiligkeit des Sacraments handelt, kommt nichts darauf an, was der glaube und mit welcher Glaubenszuversicht der begabt sei, welcher das Sacrament empfängt; im Betreff des Heilsweges kommt zwar sehr viel darauf an, aber wenn es sich um das Sacrament selbst handelt, so kommt nichts darauf an. Denn es kann geschehen, daß ein Mensch das vollständige Sacrament und doch einen falschen Glauben habe, sagt Augustin. Die obige Schlußfolge aber ist absurd, denn auf diese Weise würde das Reinste und das Unreinste, der Sohn Gottes und das Kind des Teufels, Christus