# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1856_S143 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ist das etwa Theologie der amerikanisch-lutherischen Kirche? 143 zum Glaubensgrunde gemacht, damit man um Wort und Sacrament hinwegkomme , aber Christus bleibt beim Wort und Sacrament. Auf irgend welche jener menschlichen und irdischen Dinge, selbst auf das gewaltigste derselben, das Gebet, seinen Glauben zu gründen, seinen Glauben auf irgend etwas anderes zu gründen, als auf Gottes Wort und die heil. Sacramente, das ist das Wesen der Schwärmerei und besonders der römisch⸗katholischen und der rationalistischen Schwärmerei. Wie Simsons Füchse mit den Schwänzen zusammengebunden waren, so laufen alle falschen Lehren, die römisch-katholische , die wiedertäuferische, die methodistische, die rationalistische u. s. f. in einander und vereinigen sich in dem Unterfangen, einen selbstgewählten Glaubensgrund und selbsterdachten Christum aufzustellen. Mögen daher diejenigen , welche die heil. Taufe und sammt ihr das Wort und das heil. Abendmahl nicht als Glaubensgrund anerkennen wollen, noch so sehr auf die Römischen schimpfen, sie sind im Grunde nicht verschieden von den Römischen, nur in der Gestalt ihres Glaubensgrundes: Protestanten sind sie nicht. — Hör, Freund Protestant, worauf gründest du deinen Glauben, daß der Herr Christus dein ist und du an ihm hast die Erlösung durch Sein Blut, nemlich die Vergebung der Sünden? Auf das Wort, welches mir den Herrn Christum, Sein Blut und Gerechtigkeit zuspricht. Was hältst du von den heil. Sacramenten ? Sie sind Gnadenmittel, wie das Wort; auch auf sie gründet sich mein Glaube, denn sie sind vom Herrn Christo dazu eingesetzt und unterscheiden sich ja auch nicht wesentlich vom Worte, weil in ihnen sich nach Gottes Willen das Wort mit einem Elemente oder sichtbaren Zeichen verbindet und auf die Weise mir den Herrn Christum und Seine Gnaden zu eigen gibt; auch beim Sacrament ist das Wort das Hauptstück. Gründest du denn deinen Glauben nicht außerdem noch auf das Gebet, das Predigtamt, die Erfahrung der Güte Gottes in den Schicksalen dieses Lebens, die großen Thaten Christi in der Geschichte der Völker und andere treffliche Dinge? Nein, denn diese hat Gott nicht zu Gnadenmitteln bestellt; das Gebet ist Frucht des Glaubens an Christum vermöge Wort und Sacrament, das Predigtamt hat den öffentlichen Dienst am Wort und Sacrament, die Güte Gottes, die herrlichen Thaten Christi in der Geschichte, das süße Gefühl der Gnade Gottes, welches uns unterweilen einmal bescheert wird, Alles dies muß mir den Glauben an Wort und Sacrament stärken helfen, aber meines Glaubens Grund ist und bleibt allein Gottes Wort und Sacrament. Auf diesem Grundsatze beruht das Wesen des Protestantismus, denn damit ist eben so wohl die heil. Schrift als Richtschnur in allen Glaubenssachen anerkannt, wie die Lehre von der Rechtfertigung ausgesprochen, daß wir nicht durch irgend menschlich Werk oder sonst menschlich Ding gerecht und selig werden, sondern allein durch des Herrn Christi Gerechtigkeit im Wort und Sacrament uns dargebracht, durch den Glauben an dieselben von uns aufgenommen. Den Glauben nicht auf Wort und Sacrament gründen ist im Allgemeinen schwärmerisch, im Besonderen römisch⸗katholisch, methodistisch u. s. f.; (vergl. Eph. 2, 20., Matth. 16, 18. und viel ähnliche Stellen.)