# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1856_S142 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 142 Ist das etwa Theologie der amerikanisch-lutherischen Kirche? die heil. Taufe sucht die Meinung zu erwecken, als lehrt unser Bekenntniß, daß der Mensch durch die heil. Taufe wiedergeboren werde ohne eignen wirklichen oder lebendigen Glauben. Unsere Bekenntnisse indeß, wie das auch die in beiden Zeitungsartikeln angezogenen Stellen beweisen, lehren, daß die Gnadenwirkungen der heil. Taufe, die Vergebung der Sünden, die Erlösung von Tod und Teufel und die ewige Seligkeit Allen zu Theil werden, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes bei der heil. Taufe lauten . Wer nicht glaubt, und zwar meint unser Bekenntniß mit dem Worte „glauben“ immer nur den lebendigen Glauben, der mit der Reue zusammengehört und mit derselben die Buße ausmacht; wer nicht glaubt, dem wird die Taufe zum Gericht. Die Nothwendigkeit der Taufe behaupten wir auf Grund des Befehls unseres Herrn Christi, lehren aber einmüthig, daß nur der verloren geht, welcher die heil. Taufe verachtet, nicht der, welcher ohne seine Schuld der heil. Taufe entbehrte (Contemtus, non privatio damnat, heißt es bei den heil. Sacramenten). Wie kommen die Verfasser der betreffenden Artikel im Observer dazu, nicht zu sehen, was unsere Schulkinder Jedem zeigen können, daß unsere Bekenntnisse den (lebendigen) Glauben bei dem suchen, welcher die herrlichen Gnadenwirkungen der heil. Taufe, Vergebung der Sünde, Erlösung von Tod und Teufel und die ewige Seligkeit empfangen soll? Woher dies Mißverständniß einer so überaus klar dargestellten Lehre, welche z. B. in der dritten Frage des vierten Hauptstücks des kleinen Katechismus erstlich die schon angeführten Gnadenwirkungen der Taufe nennt, zweitens die Art und Weise, wie man dieselben aufnimmt, nemlich durch den Glauben an das mit dem Wasser verbundene Wort und Verheißung Gottes? Hat es seinen Grund in einem außerordentlichen Mangel an Verständniß für das Wesen des christlichen Glaubens? Daß ein solcher Mangel hier zu Lande vorhanden ist, zeigt sich daran, daß auch in anderen hiesigen Zeitungen (z. B. neulich im New⸗York Evangelist) behauptet wird, die Schrift lehre die Wiedergeburt nicht durch die Taufe, sondern durch den Glauben, gerade als ob diejenigen, welche mit der Schrift die Taufe das Bad der Wiedergeburt nennen , nicht damit eben dem Glauben, der die Taufe ergreift, die Wiedergeburt zusprächen. Offenbar kann man sich nicht vorstellen, daß der christliche, der seligmachende Glaube derjenige ist, welcher sich gründet auf Gottes Wort und die heil. Sacramente. Aber worauf will man denn den Glauben gründen? Antwort: auf Christum. Aber kommt Christus nicht zu uns durch Wort und Sacrament? kommt er durch irgend etwas anderes zu uns, als durch Wort und Sacrament? Wer seinen Glauben auf etwas anderes, als auf Wort und Sacrament gründet, der gründet ihn sicherlich nicht auf etwas, das Gott zum Glaubensgrunde bestellt hat, der erwählt sich selbst seinen Glaubensgrund , der erdenkt sich selber seinen Christum und verfehlt den Christum, welchen die Schrift und gemäß der Schrift die heil. christliche Kirche predigt. Gefühl, Gebet, Predigtamt, Priesterschaft, Meßopfer, Wallfahrten, Almosen, Vermächtnisse, Jungfrau Maria, Reliquien und was nicht Alles hat man