# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1856_S141 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ist das etwa Theologie der amerikanisch-lutherischen Kirche? 141 vorhanden sein kann, also auch nicht an etwa hundert verschiedenen Plätzen, wo die Communion zur selben Zeit gehalten wird. Neben diese Gründe der „Liste“ u. s. f. im Luth. Observer stellen wir diejenigen, welche Klein, Wegscheider und Schulz, die bekannten Rationalistenhäuptlinge , gegen die lutherische Lehre vom heil. Abendmahl vorbringen (vergl. Hutterus Redivivus, Seite 310): a. Sie ruht nicht auf der heil. Schrift, das „ist“ muß symbolisch verstanden werden, kommt oft in der heil. Schrift vor, wo es gar nicht anders verstanden werden kann, und konnte auch hier von den Aposteln, die doch nicht meinen konnten, den Leib des vor ihnen sitzenden Herrn zu essen, gar nicht anders verstanden werden; Blut zu trinken war den Juden ein Greuel; auch Paulus denkt bloß an eine moralische Vereinigung mit Jesu, und überall wird die Wirkung des Abendmahls als eine solche vorgestellt, daher durch die würdige Vorbereitung bedingt 1 Cor. 10, 16. ff.; 11, 27.; 12, 13. b. Die sacramentelle Vereinigung, der mündliche und übernatürliche Genuß sind Subtilitäten, bei denen sich nichts Klares denken läßt. c. Die Ubiquität ist unerweislich; Allgegenwart eines menschlichen, sonach beschränkten Körpers ist ein Widerspruch. d. Die Erfahrung beweist, daß die Wirkung des im orthodoxen Sinne gefeierten Abendmahls keine andere ist, als bei den Zwinglianern. e. Mit Gott und göttlichen Dingen findet nur geistige Gemeinschaft statt. f. Für jedes unbefangene menschlich fühlende Gemüth muß etwas Schauderhaftes in dem Gedanken liegen, Fleisch und Blut eines Menschen, eines geliebten Menschen, zu essen und zu trinken. Mit Berufung auf den (heidnischen Römer) Cicero, der in seinem Buche „von der Natur der Götter“ sagt, wenn man das Korn Ceres, den Wein Liber nenne, so sei das allerdings eine gebräuchliche Rede, aber man halte doch niemand für so toll, das was er esse für einen Gott zu achten. Die Gründe der „Liste“ im Luth. Observer stimmen überein mit denjenigen Kleins, Wegscheiders und Schulzes, der Rationalistenhäuptlinge, nur haben es die gewöhnlichen Rationalisten nicht dahin gebracht, sich wider die lutherische Lehre vom heil. Abendmahl auf das Zeugniß der Sinne zu berufen , daß man nemlich Leib und Blut Christi nicht schmecke oder sehe. In diesem Stück folgt die „Liste“ dem berüchtigten Strauß, der in der kirchlichen Lehre vom heil. Abendmahl Fleisch und Blutgeschmack entdeckte, weshalb es auch in diesem Sinne unfähig sei zum Brudermahle der Humanität. Ist die Theologie der „Liste“ im Observer Theologie der amerikanischlutherischen Kirche? — O nein, es ist die Theologie des gewöhnlichen Rationalismus , Kleins, Wegscheiders, Schulzes und Straußens. Die Lehre von der Wiedergeburt durch die heil. Taufe wird in der „Liste“ so dargestellt, als behaupte sie, daß die Taufe nothwendig und überall von der geistlichen Wiedergeburt begleitet ist und daß es zur Seligkeit unbedingt solcher Wassertaufe bedarf. Auch der besondere Artikel über die Wiedergeburt durch