# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1856_S140 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 140 (Eingesandt von Pastor Hoyer.) Ist das etwa Theologie der amerikanisch⸗lutherischen Kirche? Der „Lutheran Observer,“ welcher fort und fort die Herrlichkeit einer amerikanisch-lutherischen Kirche preist, erklärte neulich in Uebereinstimmung mit dem Wunsche einiger Glieder der Generalsynode, den ferneren Abdruck von Streitschriften für und wider die berüchtigte Platform oder Grundveste der Lehre und Kirchenzucht einstellen zu wollen. Wie es von seinem Standpunkte aus zu erwarten war, so öffnete er seine Spalten zu guter Letzt einer Wiederholung der schon in der Platform vorgetragenen Anklagen gegen die augsburgsche Confession und die symbolischen Bücher überhaupt. Dieser letztere Aufsatz, überschrieben „Liste der verworfenen Irrthümer der symbolischen Bücher,“ ferner zwei andere Artikel in dem vom Herausgeber selbst beanspruchten Theile des Luth. Observer, einer über Beichte und Absolution, ein anderer über die Lehre von der Wiedergeburt durch die heil. Taufe, bringen allerhand theologische Studien, welche in ihrer Art bemerkungswerth sind. Greifen wir einige davon heraus, zuerst eine, die allein vom Verfasser der „Liste“ u. s. f. vorgetragen wird. In dieser Liste werden gegen die lutherische Lehre vom heil. Abendmahl folgende Einwürfe gemacht: a. als Christus die Worte „das ist mein Leib“ sprach, war sein Leib noch nicht todt, sondern lag an der Seite der Empfänger am Tische und wurde deshalb sicherlich nicht von ihnen mit dem Munde empfangen. Die Rede war somit figürlich, wie Jesus solche oftmals anzuwenden pflegte, z. B. „ich bin die Thür“ Joh. 10, 9.; „ich bin ein rechter Weinstock“ Joh. 15, 1.; „der Acker ist die Welt;“ „der Same ist das Wort“ u. s. f. b. Christus selbst ermahnt uns: „solches thut zu meinem Gedächtniß;“ Gedächtniß aber ist bloß anwendbar auf das, was vergangen und abwesend ist. Paulus ferner bezeichnet als die Absicht dieser Einsetzung dies: „zu zeigen oder zu verkündigen des Herrn Tod,“ ein vergangenes Ereigniß und nicht eine gegenwärtige Person. So gelangen wir in die Gemeinschaft mit oder werden erinnert an des Herrn Leib und Blut durch die Zeichen von Brod und Wein. c. Sie widerspricht dem klaren und unwiderleglichen Zeugniß unserer Sinne, denn da Leib und Blut vom Abendmahlsgenossen mit dem Munde empfangen werden sollen, so muß es eine locale und materielle Empfängniß sein, welche, wenn sie bei der Sacramentsfeier vorkommen sollte, mit den Sinnen bemerkt werden könnte. d. Sie widerspricht der unter allen Völkern und zu allen Zeiten bekannten Erfahrung, daß jeder Körper oder materielle Gegenstand einen bestimmten Raum einnehmen muß und zur selben Zeit an nicht mehr als einem Platze