# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1856_S139 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Dr. Seyffarth's Berichtigungen ꝛc. 139 wäre uns lieb, wenn der Herr Verfasser durch diese Andeutungen bewogen würde, sich über die Gründe zu erklären, welche ihn veranlaßt haben, die Kreuzigung des HErrn auf den Donnerstag zu setzen, und auseinanderzusetzen , wie derselbe die Uebereinstimmung seiner Annahme mit den Berichten der Evangelisten darthun wolle, und namentlich wie bei der Annahme der Kreuzigung am Donnerstage die Harmonie zwischen den Berichten der verschiedenen Evangelisten aufrecht erhalten werden könnte. Unter Anderem sehr erfreulich ist uns das Licht, welches uns von Herrn Dr. Seyffarth in Bezug der Richtigstellung der Dionysischen Aera aufgesteckt worden ist. Dadurch ist nun auch klar, was die heil. Schrift über den Census zur Zeit der Geburt Christi berichtet. Historisch haben, wie schon erwähnt, in den Jahren 9 vor Chr. und 6 n. Chr. Lustra Statt gefunden. Christus wurde geboren in dem einem römischen Census vorangehenden Jahre, da in der Zeit der Geburt des HErrn erst der Befehl ausging, daß alle Welt geschatzet würde (Luc. 2.). Da nun wegen der von Petav eingeschobenen zwei Consulnpaare die Begebenheiten dieser Zeit um 2 Jahre herabrücken müssen, so würden die genannten Lustra historisch in die Jahre 7 v. Chr. und 8 nach Chr. fallen. Doch noch ein anderer Fehler, der seit Beda Venerabilis sich eingeschlichen hat, die Aera Dionysiana mit dem Jahre 1 beginnen zu lassen, muß beseitigt, und das erste Jahr nach Christi Geburt Null genannt werden. Es ist also Christus geboren am 25. Dec. des Jahres 1 v. Chr., der Luc. 2 bezeichnete Census fand Statt im Jahre Null, der darauf folgende im Jahre 7 n. Chr., und wir müssen jetzt weiter datiren. Für manchen unserer Leser glauben wir noch bemerken zu müssen, daß, obgleich sich die LXX. hinsichtlich mancher Zahlenangaben als zuverlässiger bewiesen hat, wie der hebräische Text, wir doch nicht der LXX durchaus die Priorität vor dem hebräischen Texte einräumen dürfen, da feststeht, daß sich die heil. Schrift Neuen Testaments in ihren Citaten nicht durchgängig, auch nicht einmal vorwiegend, auf die LXX bezieht, sondern mindestens eben so oft auf den hebräischen Text zurückgeht. Ferner: Die Conjunction von Jupiter und Saturn in Pisces im Jahre 5 v. Chr. ist nicht zu identificiren (was auch der Herr Verfasser nicht will,) mit dem in der heil. Schrift erwähnten Sterne, der den Magiern das Haus des HErrn bezeichnete, daß vielmehr dieser Stern ein Wunderstern war. Die Sache liegt wohl so, daß die Magier, beim Eintritt der auf den Messias bezüglichen Conjunction, diesen neuerscheinenden wunderbaren Stern hervortreten sahen, und dieser (nicht die in Conjunction befindlichen Planeten) leitete sie auf ihrem Wege bis zum Hause des Heilandes Jesu Christi. * * *