# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1856_S124 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 124 Lutherisch=theologische Pfarrers=Bibliothek. Je lecker und unverschämter die darin aufgestellten Behauptungen waren für das angebliche gute Recht des Pabstthums und gegen die Berechtigung der evangelischen Kirche, und je mehr sich die Herren Jesuiten darin als Meister in consternirenden Trugschlüssen zeigten, desto größer wurde bei vielen hohen Häuptern (die häufig nur allzu sehr Fremdlinge in ihrer eigenen Religion und der Geschichte derselben waren) die Gefahr, sich blenden und sich selbst davon überreden zu lassen, daß den weltlichen Regenten nicht besser gerathen werden könne, als wenn sie wieder in die Reihe der sogenannten katholischen Mächte einträten. Wehe der lutherischen Kirche, hätte sie damals nicht noch treue Wächter auf ihren Zinnen gehabt! Ein solcher war unser Cyprian. Seiner Schrift kann kein anderes kurzes Werk gegen das Pabstthum an die Seite gesetzt werden, geschweige daß ein anderes dieselbe übertreffen sollte. Sie ist eine Zierde unserer Kirche. Wohl wissend, was er damit behaupte, schreibt Cyprian selbst in der Vorrede: „Mein Buch ist unwiderleglich , gestalten ich es nach bestem Wissen und Gewissen aus der heil. Schrift und solchen Urkunden genommen habe, welche die römische Kirche in Ehren halten, oder ihre Principia changiren muß.“ Und so ist es. In 24 Capiteln beweist der Autor mit unwidersprechlichen Gründen, daß das Pabstthum weder in der Schrift noch in der alten Kirche seinen Grund habe; wie dasselbe entstanden und nach und nach gewachsen, und wie verderblich es u. A. dem bürgerlichen Wesen geworden sei und noch sei. In einem zweiten Theile der Schrift folgt dann in 12 Capiteln eine Rechtfertigung der Reformation und der lutherischen Kirche. Während nur zu oft die Polemiker zum Schaden der Sache fast lediglich auf ihre Freunde Rücksicht nehmen, so geht vielmehr Cyprian darauf aus, vor allen seine Gegner zur Zustimmung zu zwingen, indem er sie mit ihren eigenen Waffen schlägt. Die Schrift Cyprians achten wir daher für ein Werk, welches vor allen anderen polemischen Werken wider das Pabstthum hier in Amerika studirt werden sollte, wo durch die hier gewöhnliche, unverzeihliche Unkenntniß des Feindes an der Stirne tragende, Polemik gegen das Antichristenthum oft mehr geschadet, als genützt wird. Von Cyprian's Werk bezeugt Buddeus in seiner Isagoge: „Alles ist darin auf die auserlesensten und bewährtesten Urkunden gegründet, insonderheit aber ist das 17. Capitel zu lesen, wo Cyprian von dem Ursprung des Pabstthums redet.“ (p. 848.) (Fortsetzung folgt.)