# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1856_S123 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch=theologische Pfarrers=Bibliothek. 123 Lehre des Evangelii sterben wolle.“ Hierauf legte er in die Hände jener Zeugen das Bekenntniß ab: „Ich habe zwar nie in öffentlichen Sünden und Lastern gelebt; ich habe mich auch um des Teufels Reich nicht verdient gemacht ; demunerachtet aber bin ich doch ein Sünder, und suche keine Gerechtigkeit durch meine eigenen Werke. Ich weiß aber und bin gewiß, daß ich durch meines Heilandes Verdienst Gnade bei Gott erlanget habe. Ich bekenne mich zu allem und glaube alles, was in Gottes heiligem Wort geschrieben steht und mir zu meiner Seligkeit ist geoffenbaret worden. Ich nehme die symbolischen Bücher unserer Kirche an, und pflichte denselben bei, nicht quatenus , sondern quia ꝛc. Ich verfluche allen Atheismus; ich verfluche allen Indifferentismus; ich verfluche allen Syncretismus; ich verfluche allen Fanatismus . Auf dieses mein Bekenntniß will ich leben und sterben.“ Diese Entschiedenheit des theuren Mannes war um so wichtiger, weil der letzte Theil seines Lebens in die Zeit fiel, in welcher jener Strom des Verderbens zuerst sich über unser lutherisches Zion in Deutschland ergoß, der endlich dasselbe fast gänzlich überfluthet hat. Er selbst schrieb an den Coburger Senior Ministerii Erdmann Rud. Fischer *) im Jahr 1741: „Ich befürchte, daß wir nach hundert Jahren keine sichtbare lutherische Kirche haben. Atheismus, Naturalismus und Fanatismus sind zur Vertilgung unserer Kirche brüderlich eins geworden.“ Cyprian's Eifer für die Orthodoxie ist übrigens um so unverdächtiger, da derselbe bei ihm mit eben so großem Ernst für die Förderung eines wahrhaft christlichen Lebens verbunden war, wie dies u. A. seine unermüdliche Arbeit zur Einführung und strengen Ausführung der Kirchenzucht bezeugt, wobei sich dieser rechtschaffene Knecht Gottes viele Feindschaft, besonders unter den Vornehmen, die er so wenig wie andere schonte, zuzog. **) Was nun die oben angezeigte Schrift wider das Pabstthum betrifft, so ist dieselbe von Cyprian aufgesetzt worden, weil zu seiner Zeit die Römischen im deutschen Reiche wieder große Unruhen zu erregen begonnen, nicht nur in Schriften die den Protestanten in den Friedensschlüssen zugestandenen Rechte für null und nichtig erklärt, sondern an vielen Orten selbst militärische und polizeiliche Gewalt gebraucht hatten, protestantische Territorien ihrer bischöflichen Jurisdiction wieder zu unterwerfen. Hierzu kam noch, daß in jener Zeit nicht wenige protestantische Machthaber durch die vielen damals erscheinenden jesuitischen Streitschriften in ihrem Glauben wankend geworden waren. *) Es ist derselbe, welcher Cyprian's wie Johann Gerhards Biographie, erstere deutsch (Leipzig 1749), letztere in lateinischer Sprache herausgegeben hat. **) Zum Belege dient die schöne Schrift Cyprians: „Kurzer Bericht von Kirchenordnungen . Coburg 1713.“ 4. Desgleichen das werthvolle Buch desselben Verfassers: „Die Hauskirche oder erbauliche Schriften, welche zur häuslichen Uebung der Gottseligkeit gebraucht werden können. Gotha 1739.“ 8. Die letztere Schrift übersandte Cyprian dem obengenannten Fischer mit den Worten: „Ich schicke Dir ein Büchlein, welches allen Weltlichgesinnten mißfallen, Dir aber und den übrigen aus Gott Geborenen gefallen wird. Nie habe ich so in der Ausarbeitung meiner Schrift um die göttliche Hülfe gefleht (und, wie ich hoffe, dieselbe erlangt), als bei diesem geringen Büchlein.“