# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1856_S122 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 122 Lutherisch=theologische Pfarrers=Bibliothek. A.: „Die evangelisch⸗lutherische Gemeinde daselbst (Philadelphia) hat in unseren Tagen einen Prediger, Herrn Mühlenberg, erhalten, von dem wir mehr wünschen, als gewiß vermuthen können, daß er die dasige Gemeine in Ordnung und bei der Reinigkeit der Lehre ohne innere Spaltungen erhalten werde.“ (III. Th. S. 389.) In der dritten Fortsetzung aber schreibt derselbe Historiker (W. F. Kraft): „Wir dürfen der evangelisch⸗lutherischen Gemeine in Pennsylvanien nicht vergessen, bei welcher der neue Prediger, Herr Mühlenberg, angekommen und sich den zeither eingelaufenen Nachrichten zufolge ganz wohl gehalten.“ (A. a. O. Seite 685.) Lutherisch=theologische Pfarrers=Bibliothek. (Fortsetzung.) So vortrefflich der Grundriß ist, welchen Walch in dem zuletzt angezeigten Compendium von der polemischen Theologie gibt, so halten wir doch dafür , daß ein lutherischer Prediger namentlich in Amerika noch mehr bedarf, um auf diesem Felde gehörig gerüstet zu sein. Wir achten es daher für nöthig , hier noch einige Werke zu nennen, welche wider die verschiedenen Gegner der reinen Lehre je ein besonderes Zeughaus darbieten. a. Was nun vorerst die polemischen Werke wider die römische Kirche und das Pabstthum betrifft, so nennen wir vor allen folgendes: „Ueberzeugende Belehrung vom Ursprung und Wachsthum des Pabstthums , nebst einer Schutzschrift für die Reformation. Von Dr. Ernst Salomon Cyprian. Gotha 1719. in 8. Der Verfasser dieser Schrift ist im Jahre 1673 den 22. Sept. zu Ostheim vor der Rhön in Franken geboren, war ein Schüler der Jenaischen Theologen Hebenstreit und Bechmann, vor allen eines Johann Wilhelm Baier, wurde zuerst Professor in Helmstädt, hierauf Direktor des Collegium Casemirianum in Coburg und war vom Jahre 1718 an Kirchenrath in Gotha und endlich seit 1736 zugleich Oberconsistorial⸗Vicepräsident daselbst, bis an seinen Tod, welcher im Jahre 1745 den 19. Sept. erfolgte. Da er nie ein practisches Seelsorgeramt begleitet hat, so hat er auch nie die Ordination empfangen. Er war ein Mann von großer Gelehrsamkeit; der griechischen Sprache war er so mächtig, daß er dieselbe ebenso fertig sprechen konnte, wie die lateinische; besonders zeichnete er sich durch eine seltene Kenntniß der Geschichte aus. Sein Eifer für die reine Lehre war ein brennender. Es beweisen dies die bedeutendsten seiner Schriften. Wenige Tage vor seinem Tode rief er seinen Beichtvater und einen anderen Prediger der Stadt an sein Krankenlager, in der Absicht, „daß sie Zeugen sein sollten, wie er als ein rechtschaffener evangelisch ⸗lutherischer Theologus durch die Gnade Gottes und auf die heilsame