# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1856_S119 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) „In, mit und unter.“ 119 aufgefahren und, während er im heil. Abendmahl zugegen ist, auch da nicht außer dem Himmel ist und von der Rechten Gottes sich entfernt? Mögen sie uns, so lange sie wollen, die Schriftstellen entgegensetzen, welche Christo einen Sitz im Himmel zuschreiben; mögen sie Christum im Himmel eingeschlossen festhalten und ihn frevelhaft von dem Sacrament der Eucharistie ausschließen: wir setzen ihnen im Gegentheil die Stellen entgegen, welche bezeugen, daß Christus so im Himmel zur Rechten Gottes sitze, daß er nach seiner Verheißung mit seiner Kirche bis an das Ende der Welt ist und mit dem Brode seinen Leib und mit dem Weine sein Blut in der heiligen Abendmahl-Communion gegenwärtig dispensirt.“ (L. c. p. 297 — 305.) Hierauf und auf andere Vorhaltungen Westphal's hat zwar Calvin nichts weniger als ruhig und christlich geantwortet. Calvin schreibt vielmehr u. A. Folgendes im April 1550: „Die Affen Luthers (denn er hat wenig Nachfolger hinterlassen), indem sie sich mit dem Namen Wittenbergs brüsten , richten überall, wenn man nicht sogleich alle ihre Worte annimmt, ungeheure Unruhen an. Als der Consensus unserer Kirche mit der Züricher erschienen war, fürchtete ich nichts weniger, als daß daher Westphal Stoff zum Kampf nehmen würde. Dann bin ich gezwungen in den Streit gegangen , um die Wildheit der Bestie zu zähmen.“ (S. Calvin 's Briefe, herausgegeben von Beza, Lausanne, 1576. Seite 478.) Ja, zwar fährt Calvin in demselben Briefe also fort: „Du fragst mich um Rath, ob dir erlaubt sei, das heil. Abendmahl Christi aus den Händen derjenigen zu nehmen, denen wir für Ketzer gelten, weil wir leugnen, daß Christi Fleisch mit den Zähnen zerkaut werde; obgleich ich nun sehe, daß es eine Sache böses Exempels ist, wenn sich jemand von dem heil. Abendmahl enthält, so wäre es doch eine verkehrte und daher treulose Heuchelei, durch Annahme des Symbols der Eintracht jenes falsche und abgeschmackte Gedicht auch nur stillschweigend zu billigen, wenn nicht ein deutliches und redliches Bekenntniß der gesunden (?) Lehre vorausgeht.“ Mag, sagen wir, Calvin immerhin, und auch andere Reformirte Lehrer, auch nach Westphal 's und anderer Lutheraner noch so ernstlichen Protestationen die alten Beschuldigungen wieder vorgebracht haben, daß wir an eine Impanation und Consubstantiation, ja an ein Zerreißen des Leibes Christi mit den Zähnen (!) glauben, so sind dieß doch nichts weiter als böswillige Calumnien, die Andere, ohne zu wissen, was sie thun, ihnen wieder nachgeschrieben haben. Wir fordern daher den Herausgeber der „Ref. Kirchenz.“ auf, uns entweder nur Einen anerkannt lutherischen Lehrer zu nennen, der jene Irrthümer gelehrt habe, oder es uns ohne Einschränkung zuzugestehen, daß unsere Kirche jene Irrlehren nicht nur nicht in ihren öffentlichen Bekenntnissen für kirchliche Glaubensartikel erklärt habe, sondern daß dieselben auch ebenso wenig in den Privatschriften unserer anerkannten Kirchenlehrer als Wahrheiten vorgetragen worden seien.