# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1846 09 29_S14 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) diglich herausgeriſſen hat, dafür ihm Lob unnd Dank ſei in Ewigkeit. Zum ſiebenten, wer hat euch befohlen, dieſe Neuerung zu machen, daß ihr neue Schlüſſel, ja zween falſche Dietriche ge⸗ ſchmiedet habt, damit ihr nicht Sünde vergebet noch behaltet, wie die alten Schlüſſel thun, bei. uns und in der ganzen alten Kirchen, ſondern ſtiftet aufs neue Sün de und Mord, da ſonſt keine ſind, in eurer neuen abtrünnigen, mör⸗ deriſchen Kirchen, damit, daß ihr mit unträg⸗ lichen, unzähligen Geſetzen die chriſtlichen Ge— wiſſen fahet und bindet, ſchrecket und tödtet, in Eſſen, Trinken, Kleidern, Stätten, Tagen, und dergleichen äußerlichen Dingen, die Chriſtus frei (zu ſein) geboten, Col. 2, 16., und die alte. Kirche alſo gehalten, ohne alle Sünde und Ge⸗ fahr; dazu Könige und Fürſten abſetzt, als wäret ihr Gott ſelbſt? Wer iſt hier abtrünnig und neue Kirche? Der Teufel bleibe in die⸗ ſem gottesläſterlichen, mörderiſchen, ſündlichen, verderblichen Stücke bei euch, der bleibt auch bei euch; wir ſind wieder zur alten Kirchen kommen, Gott Lob und Dank! Zum achten, wer hat euch befohlen über der alten Kirchen Weiſe und wider Chriſti Be— fehl, anders zu predigen, denn er be⸗ fohlen hat. Matth. 28, 20.: „Gehet hin und lehret ſie halten, was ich euch befohlen habe“? ſpricht nicht, was euch recht und gut dünkt. Joh. 14, 26: „Der Geiſt wird euch alles leh— ren und erinnern, was ich euch geſagt?“ Ihr aber habt alle Kirchen und Schulen ſo voll eures Drecks, das iſt, Menſchenlehre und Lügen geſchmiſſen uud eures Köckens ſo voll geſpeit, daß (wie Jeſajas ſagt e. 28, 8.) kein Raum mehr da iſt; und wollt noͤch die Kirche gerühmt ſein. Und dies Stück iſt neben der Winkelmeſſe auch der ärgſten Greuel einer, deß Schaden und Plage nicht auszugründen noch zu zählen iſt, damit ihr eine neue Kirche dem Teufel gebauet und demſelben damit gedienet, daß es iſt eitel Seelmörderei worden, und der rechte Kinderfreſſer Moloch, der nicht die See— len der Kinder ſelig werden läßt (wie jener Moloch), ob ſie leiblich verbrannt wurden; ſondern wiederum, den Leib eine kleine Zeit lebendig läßt und die Seele verbrennt ewiglich— Ich kann vor Schrecken nicht viel an den Jam— mer der unzähligen, falſchen, abgöttiſchen, mörderiſchen Lehren im Pabſtthum, das iſt, in eurer neuen ſchönen Kirchen, gedenken. Zum neunten, wer hat euch befohlen, dieſe frevelige Neuerung zu machen in der Kirchen, die ein geiſtlich Reich iſt, daß ihr ein leiblich Haupt ſetzt, und nennet es den Allerheiligſten, ſo doch kein ander Haupt ſein kann, denn ein geiſtliches, welches iſt Chriſtus? Dies iſt der dritte ärgſte Greuel in eurer aller— heiligſten, ja allerhölliſchſten neuen Kirchen; denn die alte Kirche weiß nichts davon, iſt bei ihrem Haupt blieben, gleich wie wir. Daß es aber des Teufels eigen Geſchäfte iſt, und kom— men ſollte um der Sünden willen, das weiß ſie und hats verkündigt klärlich 2 Theſſ. 2, 3. 4.: „Der Menſch der Sünden, und das Kind der Verderbniß wird ſich ſetzen in den Tempel Got-— tes und ſich ſtellen, als ſei er Gott.“ Denn er abtrünnige Kirche? Habens die Alten und Oder ſinds die, die den neuen Teufelskopf an⸗ gern ſich ſegnen laſſen, ſeine Lehre über das 14 läßt ſich auch von euch nennen irdiſchen Gott. So hat auch Daniel geſagt c. 11, 37., er würde die alte Kirche unp „den Gott ſeiner Väter verachten,“ und einen andern neuen Gott und neue Kirchen (die ihm ſeinen neuen Gott hel— fen ſtärken,) ſtiften.“ Wei hat nun eine neue wir, ſo vei dem alten rechten Haupt blieben ſind und den neuen Teufelskopf fliehen und meiden? beten, die Füße küſſen, von ſeinen zween Fin— Wort Gottes heben und das alte rechte Haupt mit einem Kniebeugen ehren, auch wohl nim— mer an ihn gedenken und ſeines Segens, den er mit ſeinem ganzen Leib und Blut uns er— worben, nicht achten? Aber dieſer Greuel iſt zu greulich greulich, daß wenig davon reden nichts hilft, und doch recht davon zu reden keiner Engel Zungen genug iſt. Was Gottes eigen Mund Greuel nennt, das muß ein größe— rer Greuel ſein, denn alle Zungen reden können. Zum zehenten, wer hat euch befohlen, dieſe neue Abgötterei aufzurichten, daß ihr Heiligen dienſt ſtiflet, Heilige canoniſirt, Faſttage und Feiertage ſetzet, ſie zu ehren, gleich als wären ſie Gott ſelbſt, daß man auf ihr Verdienſt ſich verlaſſen und vertröſtet, mehr denn auf Chriſtum ſelbſt und auf alle ſein Blut und Verdienſt, welchen ihr zum Richter uns fürgebildet habt, den wir durch ſeiner Mutter und aller Heiligen Verdienſt und Fürbitte, ſammt unſerm Heiligendienſt, verſöhnen, und Gunade erwerben müßten? Daß eure Kirche in dieſem Stücke nichts anderes iſt worden, denn der Heiden Kirchen, die Jovem, Juno— nem, Venerem, Dianam und andere verſtor— bene Menſchen anbeten; und wie die Römer ein Pantheon (Aller⸗ Götter⸗Tempel) in ihrer Stadt Nom, alſo habt ihr auch ein Pantheon in den Kirchen gebaut, das iſt, aller Teufel Kirchen. Das werdet ihr nicht finden in der Apoſtel Schrift noch in der jungen Kirchen bernach, die vorzeiten auch der Heiligen Bil— der nicht leiden wollt, und viel Bluts darüber vergoſſen iſt, ſchweige, daß ſie ſollten die Hei— ligen anbeten oder anrufen, das allein Gott gebühret. Zumelften, wer hat euch befohlen, dieſe Neuerung zu machen, daß ihr den Eheſtand verdammt, läſtert und verurtheilt ihn unrein und untüchtig zu Gottesdienſt; habt ihr das von den Apoſteln, oder von der erſten alten Kirchen? Ja freilich, denn St. Paulus ſagt 1 Tim. 4, 1. ffl., daß ihr künftig kommen würdet, die ſich vom Glauben und alten Kir-— chen abtrennen und verlaufen würden, als eine rechte Teufelshure, die würde vom Teufel ſolche Lehre empfahen und predigen wider den Eheſtand, und doch ſelbſt in falſcher Heuchel— kenſchheit, das iſt, in allerlei Unzucht leben. Dieſe Neuernng ſehen wir mit ihren edlen Früchten, daß euch die Erde nicht länger tra— gen will, und Gott mit ſeinem Gericht ange⸗ fangen drein zu greifen und ſolche neue heilige Kirche zu weihen zum höͤlliſchen Feuer hinein, und wird ſich nicht abwenden laſſen; das wiſ— ſen wir Gott Lob! — ——.— Zum zwölften, wer hat euch befohlen, ſolche Neuerung zu machen, daß ihr mit dem weltlichen Sch werdt regieret und krieget und das am meiſten braucht, unſchuldig Blut zu vergießen? Habt ihrs geſehen, ihr ſcharf— ſichtigen Fledermäuſe, daß die Apoſtel oder alte Kirche mit Schwerdt die Welt bezwungen oder mit Krieg die Kirche gemehret haben? Wo kommt ihr denn her, die ihr euch rühmet Erben aus der alten Kirchen und uns die neue abtrünnige Kirche ſcheltet, die wirs mit der alten Kirchen halten und aus derſelben herkom— men, ihr aber aus der verlaufenen Teufelshu— ren, eurer neuen mörderiſchen Lügenkirchen her⸗ kommt? Es ſind noch viel mehr der neuen Stücke, als Fegfeuer, Heilthum, Kirchenweihen, und des Geſchwürms ganzen Drecket und Drecken⸗ tal, und ſonſt unzählige Bücher voll von eitel neuen Fündlein, da die alte Kirche nichts von gewußt, noch die Apoſtel. Denn wer kann die Menge dieſes Sands oder Dreckes, ja Gift und Teufelslügen, alle erzählen? An dieſem ſei es diesmal genug zu beweiſen, wie ſchänd— lich die Papiſten durch ihre Heinzen lügen, wenn ſie uns die neue abtrünnige ketzeriſche Kirche ſchelten; ſondern ſolch ihr verlipt (ver⸗ giftet) Schwerdt durch ihr ſelbſt Herz gehet, und ſich erfindet, daß ſie die alte Kirche und ihren alten Bräutigam, als eine Erzteufels— hure, verlaſſen, abtrünnig worden, und nicht allein ketzeriſch (denn das Wort iſt zu geringe und zu ehrlich ſolcher Schandbübin,) ſondern die widerchriſtliche und gottes wi⸗ drige, ja die ſich wider Gott erhebt (wie ihr Bräutigam im Himmel (Satan) auch thun wollt.) des Teufels letzte und ſchäwlichſte Braut iſt. Wir aber, weil wir alle ſolche Teu⸗ felei und Neuerei meiden und fliehen, uns wie— der zu der alten Kirchen, der Jungfrauen und reinen Braut Chriſti halten, ſind wir gewißlich die rechte alte Kirche, ohne alle Hurerei und Neuerei, die bis auf uns daher blieben, und wir aus derſelben kommen, ja wiederum aufs neue von ihr geboren ſind, wie die Galater von St. Paulo. Gal. 4, 19. Denn wir ſind wei⸗ land auch der hölliſchen Huren, des Pabſtes neuen Kirchen, im Hintern geſteckt mit ganzem Ernſt, das uns leid iſt, ſo viel Zeit und Mühe in dem Loche ſchändlich zubracht. Aber Gott Lob und Dank, der uns von der rothen Läſter⸗ hure erlöſet hat! ö Wenn doch ſolche Neuerei im Pabſtthum ſchlecht (bloße) Neuerei wäre, oder ſein könnte, ſo wären ſie noch etlichermaßen um Friedens willen zu leiden, gleichwie einer ſeinen neuen Rock trägt oder leidet: aber nun klebt dieſe teufliſche Gift und hölliſcher Mord dran, daß es Gebot der Kirchen und heiliger Gottesdienſt, gut Leben, geiſtlich Weſen heißen muß, darin man Gnade und Leben, (ſo mans hält,) oder Zorn und Tod (ſo mans nicht hält,) verdiene; das heißt aus Lügen Wahrheit, aus Teufel Gott, aus Hölle Himmel machen, und wieder⸗ um. Darum iſt des Pabſtes Kirche voller Lü⸗ gen, Teufel, Abgötterei, Hölle, Mord und alles Unglück, daß es wimmelt, und iſt hier Zeit zu hören die Stimme des Engels, Offbg. 18, 4.