# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1856_S111 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Dr. Seyffarth's Berichtigungen ꝛc. 111 den ältesten und unterrichtetsten Kirchenvätern Christi Geburt kurz vor Anfang der alten Dionysischen Aera auf den Winterwendentag des Jahres Null der Astronomen, nach Petav ist Christus 4 Jahre vor Christi Geburt geboren worden. Das Buch der Richter rechnet vom Auszug der Israeliten bis zum Tempelbau Salomos ohne die Lücken nahe 800 Jahre, Petav nur 480 Jahre, und läßt die Richter, den einen mit dem andern gleichzeitig, gegen die Schrift, regieren. Josephus und die LXX rechnen von der Schöpfung bis Moses 1500 Jahre mehr, als der hebräische Text und ausdrücklich versichern die Kirchenväter und unbetheiligte arabische Autoren, die Juden, namentlich Rabbi Akkiba, hätten nach Jerusalems Zerstörung die biblische Zeitrechnung um 1500 Jahre gekürzt, in der Weise, daß bei den ersten 15 Patriarchen von Adam bis Abraham je 100 Jahre ausgelassen sind bis zur Geburt des Sohnes , um behaupten zu können, daß Jesus nicht der wahre verheißene Messias sei, dessen Ankunft man allgemein im 6. Jahrtausend erwartete; nun aber sei er 1500 Jahre zu früh gekommen. Dennoch legt Petav die Zeitrechnung des hebräischen Textes zu Grunde. Ausdrücklich versichern Josephus, Manetho und die Kirchenväter, die Israeliten wären Manethos Hirtenkönige gewesen , sie wären erst 2081 v. Chr. nach Aegypten gekommen und nach 215 Jahren unter Amos I. der 18 Dynastie ausgezogen. Letzteres erfolgte nach Petav 400 Jahre später. Ausdrücklich berichten Abarbanel, Josephus u. A., es habe 8 Jahre vor Mosis Geburt eine merkwürdige Conjunction von Saturn und Jupiter in Pisces stattgefunden, nach Petav eine Unmöglichkeit. Die Schrift versichert, außer Noahs Familie sei bei der Sündfluth Niemand gerettet worden; nach Petav hat Lamech und Methusalah die Sündfluth überlebt. Hieraus wird ersehen werden können, daß auch die hebräische Geschichte und Zeitrechnung nicht in Ordnung sei. Die hauptsächlichsten Hülfsmittel, durch welche es jetzt möglich ist, die Irrthümer Petavs zu berichtigen, sind astronomische Thatsachen, welche bei gewissen Regierungsjahren oder Begebenheiten berichtet werden. Solche sind nun: die Constellationen der 7 Planeten, die Planetenconjunctionen, die Durchgänge Mercurs durch die Sonne (bei den Aegyptern und Römern Selbstverbrennungen des Phönix), die Apisperioden, die Mondgestalten, die Aequinoctial⸗ und Solstitialbeobachtungen der Alten, die Auf⸗ und Niedergänge von Sternbildern und Firsternen, die Sonnen⸗ und Mondfinsternisse der Alten, die Sonnenmonate der Athener, Makedoner und Hebräer, und die Wochentagsbestimmungen der Alten. Nach Anwendung dieser Hülfsmittel ergeben sich nun die Berichtigungen der Geschichte, von denen wir im Folgenden die hauptsächlichsten referiren. In der römischen Geschichte hat Petav wider die ausdrücklichen Zeugnisse der römischen Autoren 2 Consulnpaare 47 und 79 nach Chr. eingeschoben , daher müssen von hier an alle Consuln und Begebenheiten zunächst bis Cäsars Tod 2 Jahre herabrücken. Die astronomischen Wahrnehmungen bestätigen die Berichte der alten Autoren und sind 2 Jahre später gefallen als