# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1856_S110 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 110 Dr. Seyffarth's Berichtigungen ꝛc. historischer Gewißheit ergaben. Aus Inschriften, Münzen, Lebensjahren der Kaiser und Anderer und aus astronomischen Wahrnehmungen werden viele Irrthümer Petav's erkannt, die daraus entstanden sind, daß er falsche Finsternisse zur Rechnung gezogen hat. Diese Thatsache ist bereits von namhaften Gelehrten wiederholt ausgesprochen und steht wissenschaftlich außer allen Zweifel: z. B. römische und griechische Zeitrechnung stimmen nach Petav nicht mit einander überein, und sobald man es unternimmt nach den von ihm grundleglich gemachten Finsternissen die eine nach der andern zu corrigiren, so passen entweder nicht die bei römischen oder bei griechischen Autoren berichteten Finsternisse. Seine römische Zeitrechnung hat unzählige astronomische Widersprüche. Das Julianische Jahr begann, nach dem Zeugnisse der Alten und Cäsars Münzen, 3 Monate 15 Tage vor Cäsars Ermordung, am ersten Januar mit der ersten Neumondsichel. Aber erst 42 v. Chr. (nicht 44) ist auf den ersten Jan. eine Neumondsichel gefallen. Außer diesem Belege bringt der Verfasser noch eine Menge anderer bei, wodurch völlig überzeugend dargethan wird, daß die ganze römische Geschichte, von Roms Erbauung bis Titus, einer Berichtigung bedürfe. — Dasselbe ist bei der griechischen Geschichte und Zeitrechnung der Fall. Wir heben nur einen schlagenden Fall heraus: Xenophon, der Augenzeuge des peloponnesischen Krieges, versichert, der Krieg habe 28 Jahr 6 Monate gedauert, nach Petav kommen nur 27 Jahre und 6 Monate heraus und der „bonus Xenophon habe sich geirrt.“ Xenophon und Thukydides führen 30 Ephoren an, welche während des peloponnesischen Krieges regiert haben, Petav dagegen läßt einen Archon fort, (den Endios,) um seine Zeitrechnung herauszubringen. Daher rechnet denn auch der Parische Marmor , ein unverfälschbares Autographon, bis zum peloponnesischen Kriege ein ganzes Archontenjahr mehr als Petav. — Hinsichtlich der persischen, medischen und assyrischen Geschichte wird bemerkt, daß die babylonische Gefangenschaft der Hebräer nach Petav nur 66 Jahre gedauert hätte, während die Propheten und Augenzeugen ausdrücklich „volle 70 Jahre“ rechnen. — Die jetzt gebräuchliche ägyptische Geschichte und Zeitrechnung enthält die allergrößten und zahlreichsten Widersprüche und Ungereimtheiten. Menes, der erste König Aegyptens, kann nach biblischer Ueberlieferung nicht vor dem Jahre 666 nach der Sündfluth dahin gekommen sein, man hat ihn aber über die Sündfluth, ja sogar über die Schöpfung hinausgesetzt. Außerdem finden sich bei Manetho , im Vetus Chronikon, bei Syncell, Eratosthenes, Herodot u. A., in Betreff der Regierungszeiten einzelner Könige und einzelner Dynastien so abweichende Varianten und Zeitbestimmungen, daß z. B. die 18. Dynastie, unter welcher die Hebräer Aegypten verließen, mit gleichem Rechte 400 Jahre früher oder später gesetzt werden könnte. — Was die Geschichte und Zeitrechnung des A. und N. Testaments anbelangt, so lehren die Evangelisten deutlich , daß Christi Lehramt über 8 Jahre gedauert habe; nach Petav und neueren Chronologen kommen nur 2 Jahre heraus. Dionysius Exiguus setzt mit