# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1856_S109 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Dr. Seyffarth's Berichtigungen ꝛc. 109 die Bibel mit der That und Wahrheit von der Kirche anerkannt werden mag, ohne daß diese zugleich ihre mit der Bibel übereinstimmende Lehre bekennt. Nicht einmal ein Gesetzbuch kann von einem Staate anders, als durch sogenannte organische Gesetze angenommen werden, d. h. durch Ordnungen, welche den Gebrauch des Buchs ermöglichen und daher demselben entsprechen; die Bibel aber ist für die Kirche weit mehr als ein Gesetzbuch, steht als das Wort der Apostel und Propheten in weit innigerer Verbindung mit der Kirche. Sie ist nicht einem Leuchthurme gleich, an welchem der Schiffer zu Zeiten seinen Weg erkennt, und das noch dazu nicht ohne Instrumente und Karten — sie ist der Grund oder das Fundament, von dessen Maß der darauf errichtete Bau zeugt und von dem man das Gebäude nicht abreißen kann, ohne ihn selbst zu beschädigen. Der Rationalismus drängte zu einer Verpflichtung bloß auf die Bibel und brachte es auch an einigen Stellen dazu, indem er die Verpflichtung auf die Bekenntnisse abthat durch den Zusatz, sie gelte nur in so weit, als (quatenus) die Bekenntnisse mit der Schrift übereinstimmten; es war aber auch eben der Rationalismus, der auf solche Weise die Bekenntnisse aus ihrer kirchlichen Stellung herauswarf, und seine Absicht dabei war, die Bibel in die Gewalt seiner Willkür zu bringen. Verloren ist die Mühe, der kirchlichen Bekenntnisse loszuwerden, so lange man noch in wirklicher Uebereinstimmung mit der Bibel glauben und lehren will. (Fortsetzung folgt.) (Eingesandt von A. Hoppe, Pastor in New-Orleans.) Dr. Seyffarth's Berichtigungen der alten, insonderheit der hebräischen Geschichte und Zeitrechnung , nebst einleitenden Bemerkungen über das Verhältniß der Theologie zur Wissenschaft. (Fortsetzung.) Nehmen wir jetzt das Buch selbst vor, so finden wir folgende Resultate: Die jetzige Geschichte und Zeitrechnung, seit Petav (1627) allgemein gebräuchlich , stützt sich auf die Berechnung von Sonnen⸗ und Mondfinsternissen, deren 130 in den alten Autoren erwähnt werden. Aber es haben viele Sonnenund Mondfinsternisse in den Jahren nicht stattgefunden, in welche Petav die daran geknüpften Begebenheiten setzt, weil er keine Rücksicht genommen hat auf die totalen Sonnenfinsternisse der Alten, welche in vielen Jahren an bestimmten Orten nur einmal erfolgen, und daher zur richtigen Bestimmung der Zeit von höchster Wichtigkeit sind. Ferner sind ihm die Planetenconjunctionen und Mondgestalten entgangen, welche die Alten bei gewissen Begebenheiten erwähnen und aus welchen sich die daran gebundenen Ereignisse mit mehr als