# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1856_S93 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) The Broken Platform. 93 den Schuldigen schon nichts Gutes. Das Büchlein ist in 5 Capitel eingetheilt , von denen das erste eine Anrede an die Freunde der Definite Platform enthält, die darin, um uns zwar keines edelen aber charakteristischen Ausdrucks zu bedienen, gebührend heruntergerissen werden. Er hält ihnen ihre Unwissenheit , ihren dummen Stolz, ihre Unredlichkeit vor, welche letztere darin besteht , daß Die, welche von der lutherischen Kirche dazu berufen sind, derselben zu dienen, dieselbe anfeinden, und die sie darunter zu verbergen suchen, daß sie fort und fort schreien: Amerikanisch aber keine Deutsch lutherische Kirche! In den folgenden Capiteln, deren Gegenstände Messe, Exorcismus, Sabbat und Privat⸗Beichte und Absolution sind, wendet sich der Verfasser gradezu an Herrn Professor Schmucker in Gettysburg, als die Hauptperson unter den Freunden und wenigstens Mit⸗Verfasser der Definite Platform. Er beschuldigt denselben, daß er den symbolischen Büchern der lutherischen Kirche wider besseres Wissen römische Irrlehren zur Last gelegt hat, in der Absicht Freunde und Feinde gegen dieselben einzunehmen und sie zur Verwerfung derselben zu bewegen, und daß er dies auch bei Vielen bewirkt hat. Und wir müssen leider bekennen, daß bei den Thatsachen, auf die der Verfasser sich beruft, wir nicht einsehen, wie Herr Prof. Schmucker sich rechtfertigen kann. Unter solchen Umständen kann es nur Ironie sein, wenn der Verfasser Pg. 38 sagt, daß er für Prof. Schmucker persönlich die größte Hochachtung habe; denn etwas Niederträchtigeres als das, dessen letzterer beschuldigt, und wir glauben, überführt ist, kann man sich ja kaum denken; besonders wenn man erwägt, wem das Unrecht angethan wird: der heiligen göttlichen Wahrheit, und von wem: einem Professor und Doctor der Theologie. Der verehrte Verfasser scheint uns die Lehre der lutherischen Kirche wohl zu vertreten, und in unsern besten ältern Dogmatikern von Chemnitz bis auf Baier bewandert zu sein. Nur in dem was er im 4. Capitel über den Sabbat sagt, können wir ihm nicht beipflichten. Er behauptet nemlich darin, daß der Sabbat oder christliche Sonntag eine göttliche Einsetzung sei, und daß die lutherische Kirche dies auch in ihren Symbolen lehre; nur in der Art der Feier, die die lutherische Kirche wolle, weiche sie von der calvinischen ab; jene wolle eine evangelische, diese eine gesetzliche. Das Gegentheil erhellt klar genug schon aus dem 28. Artikel der Augsburgschen Confession, und man würde kaum begreifen können, wie es zuginge, daß der Verfasser dies nicht erkännte, träte nicht deutlich bei ihm der Wunsch hervor, die Heiligung des Sonntages zu einer eben so verbindlichen Pflicht als jede andere in den zehn Geboten enthaltene zu machen, und die Befürchtung, daß dies nicht anders als durch Behauptung der göttlichen Einsetzung des Sonntags möglich sei. Die Sache verhält sich doch aber so. Wir lernen aus der Schrift daß uns Christen im dritten Gebot geboten ist, wie Luther sagt: die Predigt und Gottes Wort nicht zu verachten, sondern dasselbe heilig zu halten, gerne hören und lernen. Vereinigt sich also die kirchliche Gemeinschaft, der wir angehören, regelmäßig an einem gewissen Tage öffentlichen Gottesdienst zu halten; so haben wir