# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1856_S88 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 88 Antworten zu den im Januarhefte ꝛc. unter dem 5. Febr. Folgendes: „Dein Vorschlag einer allgemeinen lutherischen Convention hat auch mir eine außerordentliche Freude verursacht, und ich glaube gewiß, daß ein besonderer Einfluß des heil. Geistes dabei wirksam gewesen ist. Denn bei den vielen Schäden unserer amerikanisch⸗lutherischen Kirche ist dieses ohne Zweifel das natürlichste, zeitgemäßeste und unter dem Beistande Gottes segensreichste Mittel, um in immer weiteren Kreisen Einigkeit im Geiste zu befördern. Doch ist die Tragweite dieses Vorschlages außer aller menschlichen Berechnung und kann, unter Gebet mit Weisheit ausgeführt , wenn Gott uns noch in dieser letzten greulichen Zeit größeren Segen beschieden hat, seiner Kirche einen unglaublichen Nutzen schaffen. Indessen das Segnen ist Gottes, uns gebührt, auf sein Wort das Netz auszuwerfen , und zu seiner Treue zu hoffen, daß er es auch reichlich füllen wird. Möge denn Gott, der uns auf diesen Gedanken geführt hat, uns auch ferner kräftig beistehen, ihn glücklich hinauszuführen, und viele Herzen erwecken, welche denselben mit Freuden begrüßen, als das Morgenroth einer schönern kirchlichen Einigkeit. Es ist gewiß keine Zeit zu verlieren. Das Ende naht; die letzten Tage werden ohne Zweifel abgekürzt werden, die Weltereignisse eilen, den letzten Kampf herbeizuführen — in dieser schwülen Stille vor den letzten Stürmen, welche von dem in der Ferne grollenden Donner bereits angekündigt werden, laßt uns eilen, des HErrn Werk zu treiben, um in der Lehre mit allen Rechtgläubigen uns immer inniger zu verbinden, damit der letzte Kampf uns auch stark in der Einigkeit finde. Was den Ort einer solchen Convention betrifft, so schiene es mir am zweckmäßigsten, wenn er mehr nach dem Osten zu verlegt würde, etwa nach Ohio, weil doch im Osten sich die Mehrzahl der lutherischen Gemeinden findet, vielleicht Cleveland oder Cincinnati, am liebsten Columbus, wenn es möglich ist. Die Zeit Mitte September, da während des Herbstes es sich wohl am besten reisen läßt. In Betreff des Gegenstandes wäre ich dafür, daß die augsburgsche Confession vorgelesen würde, und im Anschluß an die betreffenden Artikel die controversen Tagesfragen vorgenommen würden. Auf diese Weise gewönnen wir für unsere Verhandlungen eine sichere Basis, welche jeder ohne Bedenken annehmen kann, während, wenn Thesen aufgestellt werden, wir leicht auf zu Entferntes gerathen, oder in den Verdacht der Willkürlichkeit oder eines Partheiinteresses kommen könnten. So aber erhielten wir den Vortheil einer durchaus kirchlichen Haltung und die erwünschte Gelegenheit, unter dem Schutz und Schirm der Augustana die Wahrheit zu bekennen, und gegen den Irrthum zu zeugen. Das Zweckmäßigste würde dann wohl sein, zunächst die Wahrheit in Thesi näher zu begründen und hinzustellen, in der Wahrheit uns zu vereinigen und zu erwärmen, und dann die entgegenstehenden Irrthümer zu widerlegen und zu verwerfen. Eine besondere Berücksichtigung verdiente wohl die definite platform, und würde ein kräftiges Damnamus gewiß sehr wohlthätig wirken. Aber auch die falsche Union, die falsche Lehre von den Sakramenten, geheime Gesellschaften, wäre in den Kreis der