# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1856_S81 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) A plea for the Augsburg Confession ꝛc. 81 es nicht dazu bestimmt sei, dem Unwiedergeborenen Vergebung der Sünden zu bescheeren, so scheint das auf einem groben Mißverständniß der augsburgschen Confession zu beruhen, als lehre sie etwas derartiges, was doch nicht im entferntesten der Fall ist. Dazu kommt, daß durch die Herabsetzung der Sacramente zu bloßen Zeichen wir auch zu Genossen des Alten Testaments herabgesetzt werden, dessen Gebräuche der Schatten waren der Gnaden des Neuen Testaments; daß zwei Handlungen daraus werden, die sich, obwohl vom Herrn Christ eingesetzt, in nichts Besonderem unterscheiden vom Passahmahl des Alten Testaments; daß die Taufe der Kinder zu einer ganz sinnlosen Handlung erniedrigt wird. Was aber die Hauptsache ist, die augsburgsche Confession hat die Worte Christi vom heil. Abendmahl für sich, und es sieht seltsam genug aus, daß die Verfasser des „Grundrisses,“ die ohne ein Wort Christi dafür zu haben, vom christlichen Sabbath als von einer göttlichen Einsetzung sprechen, dagegen die Worte Christi vom heil. Abendmahl so flach auslegen. Das „ist“ bei der Einsetzung des heil. Abendmahls kann nicht, wie jene wollen, mit „bedeutet“ verwechselt werden, so wenig als Christus etwa mit dem: „ich bin der Weinstock“ gesagt hat, er bedeute einen Weinstock, wenn aber der „Grundriß“ gar sich darauf berufe, daß unsere Sinne nichts von Leib und Blut Christi im heil. Abendmahl merkten, so werden sie auch z. B. die Dreieinigkeit verwerfen müssen, die ebenfalls wider unsere Sinne ist. Calvin, der geneigt genug war, die Sacramente für bloße Zeichen zu achten, konnte doch diesen Sinn nicht recht in den Worten Christi und der Apostel finden. Zwar wenden die Verfasser des „Grundrisses“ vor, daß die große Menge der lutherischen Kirchen vor 1817 die Lehre von der wahrhaften Gegenwart Christi im heil. Abendmahl verworfen haben, allein dies war ja gerade die Zeit, als die Masse der lutherischen Kirchen vom Rationalismus angesteckt war. Hier zu Lande wurden sogar noch zu den Zeiten des Ehrwürdigen Vaters H. M. Mühlenberg die lutherischen Candidaten des Predigtamts auf die ungeänderte augsburgsche Confession verpflichtet. Daß wir über die heil. Sacramente Lehren ausgesprochen, welche nicht von den anderen Kirchen getheilt werden, kann uns doch wahrlich nicht veranlassen, jene Lehren zu ändern, die jedenfalls auf dem reinen und festen Grunde des Evangeliums stehen. Die Punkte, welche von den Verfassern des „Grundrisses“ für Irrthümer der augsburgschen Confession erklärt werden, hat Pfarrer Mann damit erledigt und schließt nun seine Vertheidigung mit einigen allgemeinen Bemerkungen . Habe er mit dieser Schrift erreicht, daß man einsehe, die Verfasser der augsburgschen Confession hätten bei ihren Lehren das Evangelium für sich und die Verfasser und Freunde des „Grundrisses“ dürften ihren Standpunkt nicht für so gar fest und unangreifbar halten, so sei er zufrieden. Wenn Glieder der lutherischen Kirche in diesem Lande vielfach den Lehren anderer Kirchen und Confessionen geneigt und den Lehren ihres Bekenntnisses abgeneigt seien, so liege das vorzüglich in dem Umstande, daß in den Zeiten nach den gesegneten Arbeiten des Dr. Mühlenberg die hiesige lutherische Kirche 6