# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1856_S76 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 76 A plea for the Augsburg Confession etc. Zum Anfange wird als Veranlassung des Buchs das namenlose Schriftchen bezeichnet, welches unter dem Titel eines „Grundrisses“ eine Umarbeitung der augsburgschen Confession zu sein vorgebe. Da die Verfasser dieses „Grundrisses“ die genannte Confession im Ganzen für schriftgemäß erklären und nur in einzelnen Punkten derselben Irrthümer aufbürden, so bestimmt Pfarrer Mann die Aufgabe seiner Vertheidigung dahin, daß er die Confession in den Punkten vertheidigen wolle, die von jenen für irrig ausgegeben seien. Er bemerkt dazu, daß mit der Confession auch Luther und Melanchthon falscher Lehre angeklagt wurden, und daß die Behauptung, sie hätten in so manchen ihnen selbst höchst wichtigen Stücken geirrt, den Zweifel anrege, ob sie nicht am Ende auch in den übrigen Lehren gefehlt hätten. Aus ihren eignen Worten daher soll nun nachgewiesen werden, daß sie, die Reformatoren und ihr Bekenntniß, nicht gebührend verstanden worden sind von denen, welche ihnen Irrlehren aufbürden, daß sie anderntheils in grober Weise falsch dargestellt worden sind, und daß überhaupt die Irrthümer sich nicht auf Seiten der augsburgschen Confession finden, sondern auf Seiten derer, welche die lutherische Kirche mit dem „Grundriß“ beunruhigen. Bevor die einzelnen von den Verstümmlern als irrig bezeichneten Punkte zur Sprache kommen, macht Pfarrer Mann auf mehrere widerliche Eigenthümlichkeiten des „Grundrisses“ aufmerksam. So auf die Bestimmung, daß die Synoden dieser neuen Kirche des „Grundrisses“ die Mitgliedschaft allen denen verweigern sollen, die denselben nicht unterschreiben. Erscheine es schon seltsam genug, daß Männer, die stets gegen die Verpflichtung auf die Bekenntnisse der lutherischen Kirche große Abneigung gezeigt hätten, jetzt jeden, der nicht ihren Ansichten zustimme, von der lutherischen Kirche ausschließen wollten, so sei es noch weit abgeschmackter, daß dieselben, welche in gewisser Ausdehnung das Lehrgebäude der lutherischen Kirche ändern wollten, doch sich stellten, als verträten sie die wirkliche Lehre und den Geist der lutherischen Kirche, und demgemäß sich's anmaßten, über Lehr⸗ und Zucht⸗Angelegenheiten dieser Kirche Urtheil zu sprechen . Eine schwere Verantwortung nähmen die auf sich, welche das Lehrgebäude einer Kirche und namentlich der lutherischen zu ändern begehrten. Eben von der letzteren aus habe sich der Strom des Lebens, das Evangelium, frisch und kraftvoll über die Menschheit ergossen, und Männer hätten sie geleitet, deren theologische Schriften, z. B. die Apologie der augsburgschen Confession, man nur zu lesen brauche, um zu sehen, daß sie von theologischen Professoren und Schriftstellern jetziger Zeit gerade nicht besonders verbessert werden könnten. Auch Luther und Melanchthon seien wie alle Menschen irrthumsfähig gewesen, seien überall nur Führer zu der Quelle der Wahrheit, dem Evangelium, allein zu diesem Werke hätten sie in hohem Grade die Gaben gehabt und zur Aufgabe ihres häuslichen wie ihres Berufs⸗Lebens das Studium des Evangeliums gemacht. Nicht leichtsinnig hätten sie ihr Bekenntniß vor Gott und den Gewaltigen dieser Welt abgelegt, nicht leichtsinnig die Verantwortung auf sich genommen , eine Spaltung der allgemeinen Kirche zu veranlassen, auch von Men⸗