# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1856_S73 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Dr. Seyffarth's Berichtigungen ꝛc. 73 Schöpfung durchlebt hat, außer der in der heil. Schrift berichteten Zeit von 930 Jahren hunderttausende von Jahren gelebt habe, was offenbar die heil. Schrift nicht lehrt. 2. Das Sabbathgebot (Ex. 20, 9—11. u. 31, 12—17.) wird darauf gegründet, daß Gott nach vollbrachter Schöpfung durch seine Ruhe und seinen Segen den Sabbath geheiligt hat. Aus Nichts aber können wir schließen, daß der siebente Tag, an welchem Gott ruhte, ein größerer Zeitabschnitt gewesen sei, als der, an welchem Israel ruhen soll. Demnach lehrt das Wort Gottes: in sechs Tagen von je 24 Stunden hat Gott die Welt geschaffen . — In der Weise, die eben als unzulässig abgelehnt ist, hat leider Professor Dr. Kurtz in Dorpat in seinem Buche: die Astronomie und die Bibel. 2. Auflage. Berlin 1849. und in der Abhandlung: Zur Geschichte der Urwelt, in der evangelischen Kirchenzeitung 1845, No. 33—39. u. 69— 71, den Ergebnissen der neueren Wissenschaft gehuldigt, und sie auf den grünen Lebensbaum der Bibel gepfropft. Die Früchte einer solchen Anwendung sind natürlich faule. Er lehrt der Naturgeschichte zu Liebe und der Bibel zuwider , statt der Tage in der Schöpfungsgeschichte große Entwickelungsphasen , verflüchtigt die Schöpfungsgeschichte zu einer bloßen prophetischen Vision und unterscheidet im Worte Gottes: „objectiv Wahres“ und nur „subjectiv Wahres.“ Daß die consequente Anwendung solcher Principien auf die Auslegung der h. Schrift zu der gänzlichen Auflösung und Verflüchtigung ihres Inhaltes führen muß, liegt auf der Hand, und doch gilt Kurtz einer nicht geringen Anzahl von Theologen für einen Vertreter der lutherischen Orthodoxie. Wir erkennen dabei gern das viele Gute, Tüchtige und Lobenswerthe an, was sich in den Schriften von Kurtz findet. Hier kommt es uns nur darauf an, zu zeigen, in welche schiefe Stellung, auf welche Weise ein sonst tüchtiger und gläubiger Theolog dadurch gerathen kann, daß er [unleserlich] Wissenschaften nicht das rechte Verhältniß zur heil. Schrift und zur Theologie anzuweisen versteht. Deshalb erwähnen wir hier auch, daß das Lehrbuch der heiligen Geschichte von Kurtz, in welches der ebenerwähnte Irrthum, vielleicht deßhalb, weil es als Leitfaden in Bildungsanstalten dienen soll, nicht übergegangen ist, zu unserer großen Freude in das Englische ist übersetzt worden. Wir hoffen, daß, wie in Deutschland, so auch hier, mancher Segen durch dasselbe gestiftet werde. Auch andere Wissenschaften haben, ebenso wie die Naturgeschichte, viel öfter ihr Panier gegen die heil. Schrift erhoben, als sie für dieselbe in die Schranken getreten sind. Daher darf man ihnen nicht zu fröhlich entgegenjubeln , wenn sie einmal ein Körnlein Wahrheit gefunden haben. Dies gilt gleichmäßig in Bezug auf alle Wissenschaften, sowohl für die Naturwissenschaften , als für die Astronomie, als für die Geschichte, als für die Philosophie und wie sie sonst heißen mögen. Denn sonst möchte wohl manche Seele, und nicht mit Unrecht, von uns halten, daß wir im Herzen nicht fest wären im Glauben, sondern uns einen äußerlichen, blos historischen Glauben durch die Wissenschaft recht sichern wollten, und unser Heil erwarteten durch die Ergeb⸗