# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1856_S71 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Dr. Seyffarth's Berichtigungen ꝛc. 71 Aegypten nach Canaan) fragt die Opponenten gegen die Wunder Gottes mit der gewissen Zuversicht, daß sie verstummen müssen: „Wissen sie wirklich, warum das Wasser bergab läuft, das Feuer himmelan steigt? wie aus der Eichel ein mächtiger Eichbaum emporwächst — wie Brot sie ernährt, wie doch ihr Herz Tag und Nacht schlägt? Ja können sie auch nur die kleinste Frage der Schöpfung gründlich wahr beantworten, so gründlich wahr, wie Gott selbst sie beantworten würde? Erkennen sie nicht, daß solch Antworten dem in regione dissimilitudinis ansässigen Menschen nicht möglich sei?“ — Daher müssen wir uns vernünftiger Weise mit dem begnügen und das unverrückt festhalten, was Gott uns über den Anfang offenbart hat, nämlich daß die Welt und alle Kreaturen aus Nichts geschaffen sind, durch das Wort des allmächtigen Gottes. Hieraus erhellt denn auch, welche Stellung die Naturgeschichte zum Worte Gottes einzunehmen habe. Sie erkennt den gegenwärtigen Bestand der Dinge nur annäherungsweise, den Anfang aber nur durch die Offenbarung des Wortes Gottes, daher kann sie nur in einem dienenden Verhältnisse zu demselben stehen, darf sich aber nicht herausnehmen das Wort Gottes zu meistern. Denn wie herrlich auch immer ihre Resultate sein mögen, so kann doch die ganze Naturwissenschaft nicht einen Menschen zum Glauben und zur Seligkeit bringen, höchstens als Mittelglied, wenn ihre Resultate mit den Offenbarungen der heil. Schrift übereinstimmen, den natürlichen Menschen gewissermaßen praedisponiren zur Annahme des Glaubens, sofern sie Beförderungsmittel seiner Renitenz gegen das Wort Gottes überwinden hilft und mit beiträgt die losen ungläubigen Schreier gegen das Wort Gottes zum Schweigen zu bringen. Bis jetzt sind aber leider erst wenige Naturforscher zu der rechten Erkenntniß von der Aufgabe ihrer Wissenschaft gekommen; es ist ihnen ihre Wissenschaft nicht eine Wissenschaft zur Ehre Gottes sondern ein Mittel um selbst zur Ehre zu gelangen, und im besten Falle, wenn's ihnen nur um ihre Wissenschaft zu thun ist, meinen sie ihrer Wissenschaft geschehe eine Unehre durch die Anmuthung, sie solle eine Magd der Theologie sein. Doch, was soll man klagen über die Naturforscher, weil sie die rechte Stellung und Aufgabe ihrer Wissenschaft nicht erkennen, wissen doch gar manche und angesehene Theologen der Jetztzeit nicht, welchen Platz sie anderen Wissenschaften anzuweisen haben. Manche gutmeinende Theologen, statt bei dem einfachen Worte Gottes stehn zu bleiben, glauben bei jeder neuen Erscheinung in der Wissenschaft, bei jeder neuen Behauptung, die nur einigermaßen begründet erscheint, die Pflicht zu haben, die heil. Schrift mit der Wissenschaft in Einklang zu bringen. Dies führen sie in der Regel so aus, daß sie sich nach den Resultaten einer Wissenschaft Ansichten bilden, welche sie als fertige mitbringen und der heil. Schrift aufdringen. Wegen solches Verfahrens, das in neuerer Zeit leider recht Mode geworden ist, bin ich neuen Ergebnissen gegenüber, die etwas Altes, Althergebrachtes umstoßen, schon deshalb mißtrauisch, weil ich fürchte, es möchte dem