# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1856_S69 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Dr. Seyffarth's Berichtigungen ꝛc. 69 hergebrachter Weise verschiedene Racen der Menschen und aus dieser angenommenen Verschiedenheit wird der Schluß gezogen, daß es mehrere verschiedene Paare von Stammeltern der Menschen gegeben haben müsse, und zwar mindestens so viele, als jetzt verschiedene Hauptracen existiren. Man ist den Beweis schuldig geblieben, daß die Racen verschiedene genera oder auch verschiedene species des Menschengeschlechtes seien, und doch wollte man durch diese, auf eine unbegründete Behauptung gebaute und deshalb unhaltbare, Schlußfolgerung die Wahrhaftigkeit des Wortes Gottes in der Schöpfungsgeschichte und im Berichte von der Sündfluth umstoßen. Nach den Ergebnissen der neueren Naturforschung aber darf man nicht einmal verschiedene Menschenspecies annehmen; es gilt jetzt als ausgemachte Thatsache, daß die Begattung der Thiere von verschiedenen Species entweder unfruchtbar ist, oder doch nur Bastarde hervorbringt, welche zur Fortpflanzung unfähig sind. Die verschiedenen Menschenracen sind aber unter einander zeugungsfähig und die aus solchen Mischungen entsprossenen Individuen sind wiederum unter einander und mit jeder andern Race zeugungsfähig. Eine Schlußfolgerung ex analogia von den Thieren auf das animalische Leben des Menschen ergiebt daher, daß verschiedene Racen der Menschen, in dem Sinne von verschiedenen Species nicht angenommen werden dürfen und Nichts im Wege steht, das gesammte Menschengeschlecht auf Ein Elternpaar zurückzuführen. Durch die Naturforschung wird es also, auch für den Ungläubigen, wahrscheinlich, was die heil. Schrift über die Schöpfung der ersten Menschen offenbart. — Ein zweiter Beweis gegen die Glaubwürdigkeit der heil. Schrift will die Schöpfung der Kreatur aus Nichts wegräumen und substituirt dafür die generatio aequivoca , d. h. die erste Entstehung der organischen Körper, ohne Schöpfung Gottes, aus der schon vorhandenen Materie durch ein Zusammenwirken besonderer klimatischer und chemischer Verhältnisse. Wie es um die Haltbarkeit dieses Beweises gegen das Wort Gottes stehe, werden wir leicht erkennen, wenn wir auf den Ursprung dieser Lehre zurückgehen. Der Unglaube und Fanatismus gegen Gottes Wort ließ nicht zu, daß man den Bericht von der Schöpfung annahm, ließ vielmehr auf Mittel sinnen, mit welchen man das Zeugniß des Wortes Gottes entkräften und aus dem Wege räumen könnte. Einen erwünschten Anhaltspunkt gab dazu die Fortpflanzung mancher Thierund Pflanzenarten, namentlich der Infusionsthierchen und der Kryptogamen. Wie kommen z. B. Thierchen in die für sie undurchdringliche, von Knochen rings umschlossene Rückenmarkshöle? wie entsteht der Schimmel auf der Tinte, inmitten eines Brods u. s. w.? Sie müssen, so schließen die Gegner, nothwendiger Weise dort entstehen durch eigenthümliche chemische Verhältnisse. So meinte man das Vonselbstentstehen von Thieren und Pflanzen entdeckt zu haben, und behauptete nun, gestützt darauf, das der ersten Menschen und aller Kreatur durch die generatio aequivoca. Die Menschen, die höheren Thierund Pflanzengattungen ließ man, nach einmaliger gen. aeq., durch Zeugung und Besamung fortgepflanzt werden, die niederen aber noch fernerhin durch